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Kobarid und die Isonzo-Front 1915-17

Dr. Birgit Stegbauer

Im slowenischen Teil des Grenzbiets zwischen Slowenien, Italien und Österreich liegt eine der malerischsten Landschaften, die man sich nur vorstellen kann. Und doch war dies im Ersten Weltkrieg einer der erbittertsten Kriegschauplätze der Alpen. Die Kämpfe tobten vor allem um den Ort Kobarid. Dort wurde ein Historischer Lehrpfad eingerichtet, der über eine Strecke von 5 Kilometern (für die etwa 3 bis 4 Stunden einzuplanen sind) zu Stätten der damaligen Kampfhandlungen wie zu Naturdenkmälern im Bereich der Soca führt.

Schon auf dem Weg nach Kobarid begegnet man allerorts Verteidigungsanlagen aus der Zeit um den Ersten Weltkrieg: Von Tarvis aus kommend fährt man über den Predilpass (1.156m), der heute die Grenze zwischen Italien und Slowenien bildet. Kurz dahinter liegt eine erste von den Österreichern errichtete Sperre, die 1899 fertig gestellte Batterie Predilsattel mit dem Hermann-Denkmal. Die Pass-Straße gibt immer wieder atemberaubende Blicke auf die Julischen Alpen und das Mangart-Massiv frei.

Dann fährt man zunächst längs der Koritnica, einem engen Tal am westlichsten Rande des Nationalparks Triglav. Ihr kristallklares, smaragdgrünes Wasser windet sich durch steilwandige Berghänge. An ihrer schmalsten Stelle befindet sich die Flitscher Klause (slowenisch: Kluze, italienisch: Porta de Plazz Passo). Sie wurde 1882 von den Österreichern befestigt und 1897-1900 zusätzlich abgesichert durch einen etwas oberhalb gelegenen Festungsbau, Fort Hermann. Die Klause und vor allem der 20 minütige Fußweg durch einen Stollen zum Fort Hermann mit seiner Kavernen sind ein sehenswerter Stopp.

Kurz nach der Flitscher Klause mündet die Koritnica in die Soca (it: Isonzo). Die Täler der Koritnica und der Soca gehörten bis 1918 zur k. und k. Monarchie, lagen aber im unmittelbaren Grenzgebiet zu Italien. Als Italien 1915 Österreich-Ungarn den Krieg erklärte, eröffnete dies die sogenannte Isonzofront. Bis 1917 fanden hier 12 Schlachten statt, die in der Schlacht von Karfreit (slowenisch: Kobarid, italienisch: Caporetto) zwischen dem 24. Oktober und 7. November 1917 gipfelte.

Die traurige Bilanz dieser Schlachten: Insgesamt verloren an der Isonzofront über eine halbe Million Soldaten das Leben, ca. 300.000 Italiener und ca. 200.000 Österreicher, Ungarn und Deutsche. Ernest Hemingway's verarbeitete seine dortigen Kriegserlebnisse in dem Buch 'In einem anderen Land' (1929). Das Kobariski Muzej in Kobarid erinnert an die Ereignisse des Ersten Weltkrieges, es ist dem Leiden der Soldaten auf beiden Kriegsseiten gewidmet. Beeindruckend ist die vielsprachige Dokumentation im Medienraum, die ausschließlich aus originalem Filmmaterial zusammengeschnitten ist.

Das Museum ist zugleich die erste von neun Stationen des Historischen Lehrpfades. Dieser führt zunächst über einen Kreuzweg zu einem oberhalb von Kobarid gelegenen Beinhaus, in dem 7014 gefallene italienische Soldaten begraben sind. Am Fuße des Veliki Rob (455m) geht es weiter zu Resten der spätantiken Siedlung Tonocov Grad. Dann steigt man vorbei an einer italienischen Verteidigungslinie aus dem Ersten Weltkrieg ab zur Schlucht der Soca, die man auf einem Steg überquert.

Man kann nun einen kleinen Abstecher zu den Wasserfällen des Kozjak-Baches - eines Zuflusses der Soca - machen. Am rechten Ufer der Soca geht es wieder zurück in Richtung Kobarid, vorbei an einer weiteren italienischen Verteidigungslinie. Bei der Napoleonbrücke quert man die Soca und erreicht schließlich Kobarid. Am Ortseingang kann man noch ein Käsereimuseum besichtigen, dessen Produkte auch gekauft werden können.

Praktisches:

 

http://www.kobariski-muzej.si/deu/

 Kobariski Muzej Gregorciceva 10 SI-5222 Kobarid Tel: +386 - 5 38 90 000Täglich: April-September: 9-18 UhrOktober-März: 10-17 Uhr 

 

Eintritt:Erwachsene 5 EUR, Grundschüler 2,50 EUR, Schüler 4 EUR

 

Den Folder 'Kobarid. Der Historische Lehrpfad' kann man anfragen im TIC Kobarid:

T: +386 5 38 00 490

Email:


http://www.visit-soca.com/