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Die keltisch-römische Stadt am Magdalensberg

Im Nordosten des Klagenfurter Beckens gelegen, ist der Magdalensberg eine 1.059 m hohe Erhebung aus vulkanischem Gestein. Er ist bekannt als Ausgangspunkt des jährlich stattfindenden Vierberge-Laufs. Von mittelalterlichen Wallfahrten zeugt die spätgotische Gipfelkirche. Dann verbindet sich der Name Magdalensberg aber vor allem mit einer keltisch-römischen Siedlung, die in den Sommermonaten als eine Außenstelle des Kärntner Landesmuseums besichtigt werden kann. Es ist dies eine der größten römerzeitlichen Ausgrabungsstätten in den Ostalpen.

Keltische Stämme, die sogenannten Noriker, besiedelten schon vor der Zeitenwende weite Gebiete des heutigen Österreich. Das von den Norikern abgebaute Eisen und Gold schätzten die Römer sehr und wirtschaftliche Kontakte führten zu einer allmählichen Rezeption der römischen Kultur durch die Noriker. 15 v. Chr. besetzten die Römer das Norikum. Ihre Militärregierung richteten sie in einer schwer zugänglichen keltischen Siedlung ein, die in knapp 1.000 m Höhe auf dem Magdalensberg gebaut war.

In dieser Stadt setzte nun eine rege Bautätigkeit ein. Neben einem Praetorium mit Basilika für die Rechtssprechung errichteten die Römer einen Tempelbezirk und ein Forum mit Therme sowie viele Verwaltungs- und Wohngebäude. Eisen und Gold, das in den Alpen abgebaut und hier am Magdalensberg gegossen und weiterverarbeitet wurde, unterstand nunmehr dem Monopol des römischen Kaisers und damit der Kontrolle der römischen Besatzungsmacht, es entstand ein eigenes Handwerker- und Händlerviertel. Die Siedlung wurde mit einem Doppeltor befestigt und eine Gräberstraße angelegt.

Allerdings gaben die Römer diese Höhensiedlung auf, nachdem 45 n. Chr. das Norikum zur römischen Provinz erklärt wurde und am Fuße des Magdalensberges die neu gegründete Provinzhauptstadt Virunum entstand. Die Stadt auf dem Berg geriet mit der Zeit in Vergessenheit. 1502 fand ein Bauer bei Feldarbeiten eine römisch-antike Bronzestatue, den "Jüngling vom Magdalensberg". Systematische Grabungen begannen Mitte des 19. Jahrhunderts und dann insbesondere nach 1948. Mittlerweile ist ein Areal von 3 Hektar freigelegt und zum Freiluft-Museum umgewandelt worden. An 22 Stationen wird dem Besucher ein lebendiges Bild von der urbanen Anlage und dem Leben in dieser keltisch-römischen Siedlung zur Zeitenwende vermittelt.

Praktisches:

Archäologischer Park Magdalensberg
Magdalensberg 15
9064 Pischeldorf
Tel.: 04224 - 2255
http://www.landesmuseum.ktn.gv.at/210227_DE-LMK-Museen.?aussenstelle=2

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 9. Oktober 2012
täglich 9 bis 18 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene 5 EUR, Kinder 3 EUR, Familienticket 11,50 EUR
Kärnten Card: Freier Eintritt