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Maria Elend im Rosental

Dr. Birgit Stegbauer

Maria Elend im Rosental ist ein kleines Dorf, das zur Marktgemeinde Sankt Jakob im Rosental gehört. Am 15. August jedoch, dem Maria Himmelfahrtstag, ist es ein vielbesuchter Ort, denn die Pfarr- und Wallfahrtskirche gleichen Namens ist dann Ziel vieler Gläubiger. Nach dem Gebet in der Kirche  steigen viele Wallfahrer auch auf den Kapellenberg (784m) mit seinen zwei Marien-Kapellen. Lohnenswert ist diese Anfahrt allerdings nicht nur an Maria Himmelfahrt: Die Kirche Maria Elend ist ein wahres Kunstkleinod und bei dem 45-minütigen Aufstieg zum Kapellenberg kommen sowohl Kunst- als auch Naturliebhaber auf ihre Kosten.

Die älteste schriftliche Erwähnung der Kirche Maria Elend geht zurück auf das Jahr 1478, doch der massive romanische Kirchturm legt eine deutlich ältere Baugeschichte nahe. Erbaut wurde Maria Elend von Benediktinermönchen aus dem Stift Ossiach. Zerstört während der Türkeneinfälle der Jahre 1478 und 1483, wurde die Kirche in den folgenden Jahren neu gebaut und bereits 1486 wieder eingeweiht. 1682 bis 1690 wurde die Kirche barockisiert und erhielt ihr heutiges Aussehen. Nach der Auflösung von Stift Ossiach wurde Maria Elend 1787 zu einer selbständigen Pfarre.

Während der Barockisierung der dreischiffigen, gotischen Hallenkirche im späten 17. Jahrhundert wurden insbesondere die Kirchenschiffe eingewölbt und der Hauptchor der Kirche verlängert. Hauptchor und Hochaltar sind eine tiefgläubige Huldigung an Maria, auf sie bezieht sich sämtlich Ausstattung sowohl des Altares als auch der Freskierung durch Josef Ferdinand Fromiller. Außerdem finden sich zusätzlich zu den Marienmotiven auch Elemente, die auf die Erlösung von der Türken-Bedrohung hinweisen. Immerhin ist der zentrale Teil des Hochaltares eine thronende Muttergottes, zu deren Füßen Türkenköpfe und Trophäen liegen. Es ist dies eine Stiftung der Stadt Wien aus dem Jahr 1684, die sich damit dankbar zeigte für die Befreiung aus der Zweiten Türkenbelagerung (1683).

Der spätgotische Flügelaltar aus der Zeit um 1520, der vermutlich aus der Villacher Schule stammt, ist die zweite Kostbarkeit in diesem Gotteshaus. In der Hauptnische steht Maria zusammen mit dem Hl. Sebastian und dem Hl. Rochus. Die Innentüren des Flügelaltares sind versehen mit Relieffiguren der 12 Nothelfer, während in der Predella das Martyrium des Hl. Achatius dargestellt wird. Auf die Außentüren des Flügelaltares, die nur in der Fastenzeit zu sehen sind, ist die Passionsgeschichte aufgemalt. Das filigrane Schnitzwerk, das den Altar umrankt, und die ausgewogene Komposition der Figuren tragen zur kunsthistorischen Bedeutung dieses Altares bei. Vier weitere, qualitätvolle barocke Seitenaltäre und eine äußerst elegante, barocke Kanzel machen einen Besuch der Kirche Maria Elend so empfehlenswert.

Um zum Kapellenberg zu gelangen, folgt man von der Kirche dem gut ausgeschilderten Wanderweg Nr. 3 in Richtung Süden. Nach etwa 45 Minuten Aufstieg durch waldreiches Gelände erreicht man unterhalb eines Bergsturzes zwei nebeneinander stehende Kapellen. Die kleinere, 1731 geweihte Kapelle hat ein hölzernes Vordach. Ihre drei Glocken können mit Seilen zum Tönen gebracht werden. Die größere der beiden Kapellen wird Gnadenkapelle genannt und wurde 1751 errichtet. Sie hat in ihrem Inneren reiche Bemalungen. Neben den Kapellen steht ein alter Pfarrhof, dort sollen früher Einsiedler gelebt haben.

Von den Kapellen aus hat man einen schönen Ausblick in das Rosental und zu der aufgestauten Drau. Bänke vor den Kapellen und ein überdachter Picknickplatz laden zum Jausnen ein. Den Rückweg sollte man über die Heilquelle nehmen. Denn etwas unterhalb der Kapellen, von diesen nur einen kurzen, ausgeschilderten Fußweg entfernt, befindet sich eine Quelle mit einem hölzernen Überbau aus dem Jahr 1767. Dort fließt aus der Seitenwunde einer steinernen Christus-Statue, die aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt, die sogenannte Christusquelle. Ihr kaltes Wasser soll vor allem bei Augenleiden Abhilfe schaffen.

Praktisches:

Katholisches Pfarramt Maria Elend im Rosental/Podgorje 9182 Maria Elend 6 www.kath-kirche-kaernten.at/mariaelend.