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Burg Hochosterwitz

Dr. Birgit Stegbauer

Die Burg Hochosterwitz ist so etwas wie die Burg der Burgen in Kärnten. Die prächtige Anlage steht auf einem 175 Meter hohem, frei stehendem Felskegel und ist schon von weitem zu sehen, wie man auch von der Burg aus weit in das Kärntner Land blickt. Der serpentinenartige Anstieg erfolgt auf einem schmalen Weg, der mit 14 unterschiedlich angelegten Toren und Wehranlagen befestigt ist. Nur wer wirklich nicht anders kann sollte hier den Lift benutzen!

Die strategische Lage des Hochosterwitzer Felskegels war immer schon bedeutsam. Darauf lassen Funde schließen, die eine durchgehende Nutzung des Areals als Verteidigungsstätte seit der Bronzezeit nahelegen. Von einer Burganlage in 'Asterwizza' wird erstmals um 1200 berichtet. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Burg im 16. Jahrhundert, im wesentlichen durch die Umbauten der Khevenhüllers, die die Burg seit 1541 zunächst als Lehen verwalteten und im Jahr 1571 käuflich erwarben. Die Khevenhüllers waren damals eine der einflussreichsten Familien Kärntens, die u. a. mehrere Landeshauptmänner hervorbrachte. Die Burg ist bis heute in Familien-Besitz.

Nun ist ja auffällig, dass zur selben Zeit, in der in Spittal das Renaissance-Schloss Porcia errichtet wurde, in Hochosterwitz die baufällig gewordene Burganlage im mittelalterlichen Stil renoviert und ihre Wehranlagen ausgebaut wurden. Georg Khevenhüller läßt 1576 in Marmortafeln meisseln, er habe die Burg für sich und sein Haus (= Familie) als Schutzfestung gegen den allgemeinen Feind erbaut und vollendet. Dies lässt sich nicht alleine mit der drohenden Türkengefahr und allfälligen Adaptionen der Verteidigungsanlagen an die damals zeitgemäße Waffentechnik interpretieren.

Die Erklärung ist wohl auch in den religiösen Verhältnissen der Zeit zu suchen. Seit etwa 1525 hatte sich der Protestantismus in Kärnten ausgebreitet und viele Anhänger gefunden. Zu Beginn der Mitte des 16. Jahrhunderts waren die Kärntner mehrheitlich Anhänger des Protestantismus, darunter auch die Khevenhüllers. Die religiöse Toleranz dem Protestantismus gegenüber währte aber nicht lange. Ab 1545 erschwerte die katholische Kirche die freie Glaubensausübung zunehmend und versuchte mit immer gewaltsameren Mitteln protestantische Gebiete zu re-katholisieren. So darf Hochosterwitz, die Burg der mächtigsten protestantischen Familie Kärntens, auch als symbolisches Bollwerk gegen die Gegenreformation gesehen werden. Oder, um mit den Worten Martin Luther's und seinem berühmtesten Kirchenlied zu sprechen: 'Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen'.

Von den 14 Toren, die alle zwischen 1570 und 1580 entstanden, sind zwei hervorzuheben. Das Fähnrichtor (1580) - das erste oder unterste der Burgtore - ist mit zwei überlebensgroßen Landsknechten bemalt, die die Fahnen Österreichs (rot-weiß-rot) und der Familie Khevenhüller (schwarz-gelb) schwingen. Das Khevenhüller-Tor (1580), das die siebente Sperre auf dem Weg zur Burg bildet, hat den meisten Bauschmuck. Über dem wappenverzierten Schlussstein des rundbogigen Tors steht in einer Nische die marmorne Halbstatue des Georgs Khevenhüllers in Rüstung.

Vom 14. Tor aus erreicht man über den Zwinger die eigentliche Hochburg. In ihren Räumen werden Waffen aus der Rüstkammer präsentiert sowie Ahnenbilder und Memorabilia aus der Burg- und Familiengeschichte. In der gotisierenden Burgkirche aus dem Jahr 1586 ist die Familiengruft der Khevenhüller.

Praktisches:

Burg Hochosterwitz
Hochosterwitz 1
9314 Launsdorf
Tel.: 04213 - 2010

www.burg-hochosterwitz.com

Öffnungszeiten:

April, Oktober: täglich 9 bis 17 Uhr
Mai bis September: täglich 9 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
Erwachsene 13,50 EUR (mit Lift), 8,50 EUR (ohne Lift)
Kinder (6-15 Jahre) 9,50 EUR (mit Lift), 4,50 (ohne Lift)
Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder) 21,50 EUR plus Lift 5 EUR/Pers