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Grado

Dr.in Birgit Stegbauer

Mit den ersten warmen Sonnentagen zieht es die Kärntner wieder zur Sommerfrische nach Grado. Und das nicht von ungefähr: Schon seit der Habsburgerzeit ist dies eines der beliebtesten Seebäder an der italienischen Adriaküste. Seine breiten, flach abfallenden, nach Süden orientierten Sandstrände garantieren sonnenreiche Badefreuden für die ganze Familie. Die Saison geht von Ende April bis Ende September, solange sorgt die G.I.T. Grado für einen gepflegten, sauberen Strand, überwachen Lifeguards die Strände und haben die Strandbars Betrieb.

Doch auch historisch hat Grado einiges zu bieten. Seine Geschichte ist auf engste verknüpft mit der von Aquilea und Venedig. Zunächst einmal war Grado ein römisches Castrum, das der Stadt Aquilea - der viertgrößten Stadt des Römischen Reiches in der Spätantike - als Seehafen diente. Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. war Aquilea jedoch zunehmend den Verwüstungen durch die Westgoten, später durch die Hunnen ausgesetzt und wurde schließlich von den Langobarden besetzt. Aquilea's Einwohner hatten am Ende der Völkerwanderungszeit in der sumpfigen Lagune von Grado Zuflucht gefunden, so auch der Patriarch von Aquilea.

Anders als Aquilea jedoch, das fortan zum Langobardischen Reich gehörte, waren Grado und ein schmaler Streifen der Adriaküste im Oströmisch-Byzantinschen Reich verblieben. Diese politische Spaltung übertrug sich auch auf Streitigkeiten über die rechtliche Nachfolge des Patriarchentitel des alten römischen Aquilea. Jahrhundertelang beanspruchten zwei Patriarchen von sich, der jeweils richtige Patriarch von Aquilea zu sein: Ein Patriarch in Grado, dem 'Aquilea nova', und einer in (Alt-) Aquilea.

Die Abtrennung vom Hinterland, Malariaplagen und Sturmfluten bewirkten indes einen wirtschaftlichen Niedergang von Grado, der sich zur selben Zeit abspielte, als Venedig zur neuen Großmacht im Adriaraum aufstieg. Endgültig besiegelt wurde dieser Paradigmenwechsel, als 1451 das Patriarchat von Grado auf Venedig übertragen wurde. Erst während der Habsburger Herrschaft über Venedig und das Friaul (1815-1915) sollte Grado wieder aus seinem Dornröschenschlaft erwachen und zu einem populären Seebad avancieren.

Ein Ensemble altchristlicher Kirchen aus dem 5.-6. Jahrhundert n. Chr. können Sie beim abendlichen Bummel durch Grado's Altstadt bewundern: Da ist zunächst die Basilika St. Eufemia mit ihrem geometrischen Mosaik-Fußboden samt der Stifterinschriften, ihren Säulen aus spätantiken Spolien und den alten Chorschranken. Dann, nördlich der Basilika die Kirche Santa Maria delle Grazie, ein etwas kleinerer und schlichterer Saalbau, wiederum mit Säulen aus spätantiken Spolien und bemerkenswerten Chorschranken. Und schließlich, zwischen den beiden Kirchen gelegen, das achteckige Baptisterium, der älteste der drei Bauten.

Praktisches:

Informationen zum Strand und den Meerwasserthermen:

http://www.gradoit.it

Grado Touristen-Information:

www.grado.it