Deutsch

Landeszeughaus Graz

Das Landeszeughaus in Graz

Mitten im Herzen der Grazer Altstadt befindet sich die weltweit größte historische Waffensammlung, das Steirische Landeszeughaus, mit 32.000 Exponaten. Die Waffen aus der Zeit vom 15. bis zum 18. Jahrhundert dienten einst der Verteidigung des Landes Steiermark. Neben der Fülle der Objekte beeindruckt deren weitestgehend ursprüngliche Präsentation als Arsenal - dieser Museumsbesuch wird auch Kinder begeistern.

Der Ursprung dieser Waffensammlung liegt weit zurück. Als gegen Ende des 15. Jahrhunderts das Osmanische Heer die habsburgischen Erblande bedrohte, richteten die Österreicher eine gut 150 km vorgelagerte Militärgrenze ein, die im Wesentlichen im heutigen Kroatien und Ungarn verlief. Als Grenzland oblag es den Steirischen Landständen, diese mit Verteidigern und Waffen zu versorgen. Ab dem späten 17. Jahrhundert verlagerten sich die militärischen Operationen von der Verteidigung gegen die Osmanen zur Niederschlagung von Aufständen in Ungarn.

Die militärische Ausrüstung wurde zunächst an verschiedenen Orten in Graz gelagert. Schließlich wurde 1642 bis 1647 das heutige Zeughaus als zentrales Arsenal der steirischen Landstände errichtet. Den frühbarocken Bau nach Plänen von Antonio Solar schmückt ein Rustika-Portal, das der steirische Panther bekrönt. In den flankierenden Nischen stehen Figuren des Mars und der Minerva, die den Krieg und die Wehrhaftigkeit des Landes symbolisieren. Der Bau erhält auch Bedeutung aus seiner unmittelbaren Nachbarschaft zum Steirischen Landhaus, dem Ort landespolitischer Entscheidungen.

Einst verwahrte das Landeszeughaus 185.000 Ausrüstungsgegenstände für bis zu 16.000 Mann. Selbst die heutige Anzahl von 32.000 Sammlungsobjekten ist noch beeindruckend. In meterhohen Regalen reihen sich Helm an Helm, Brustpanzer an Brustpanzer, Schwert an Schwert, Gewehr an Gewehr. 5.000 Mann ließen sich damit noch bestücken; allerdings passt die Ausrüstung, die früher erwachsene Männer trugen, heutigentags Kindern - ein Indiz dafür, wie sehr die Menschheit seither an Körpergröße zugelegt hat.

Während der Großteil der Ausrüstung für einfaches Fußvolk, die Landsknechte, vorgesehen war, besitzt die Sammlung auch einige Turnierrüstungen samt Turnierlanzen und einzelne Prunkharnische für Reiter wie Pferd, unter anderem aus der Innsbrucker Waffenschmiede-Werkstatt des Konrad Seusenhofer (gest. 1517), der seit 1504 im Dienst Kaiser Maximilians I. stand. Diese repräsentativen Stücke wurden nur von allererlauchtesten Persönlichkeiten zu ganz besonderen Anlässen getragen.

Als die äußere Bedrohung der Steiermark gebannt war und das Militär unter Maria Theresia zentralisiert wurde, sollte 1749 das steirische Landeszeughaus samt seinen wehrtechnisch mittlerweile veralteten Beständen aufgelöst werden. Auf Intervention der steirischen Landstände blieb dieses als landeshistorisches Denkmal erhalten und wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gönnen Sie sich diese Auszeit vom vorweihnachtlichen Trubel, lassen Sie sich in eine andere Welt versetzen!

  Praktisches:

Landeszeughaus
Herrengasse 16
8010 Graz
Tel: 0316 / 8017 - 9810

zeughaus@museum-joanneum.at

www.museum-joanneum.at/de/landeszeughaus

 

Geöffnet:

1. November bis 6. Januar und 1. bis 31. März

Täglich außer Dienstag im Rahmen einer Führung, die Zeiten können auf der Internet-Seite nachgelesen werden.

1. April bis 31. Oktober:

Täglich außer Dienstag 10-17 Uhr.