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Muggia Vecchia und die Basilika Santa Maria Assunta/Maria Himmelfahrt

Muggia, das südöstlichste Küstenstädtchen Italiens, unmittelbar an der Grenze zu Slowenien gelegen, hat eine weit zurückreichende Geschichte. Gegründet als ein römisches Kastell auf einer Anhöhe, mit einem Blick weit in den Golf von Triest hinein, entwickelte sich in dessen Schutz eine Ansiedlung, die im 14. Jahrhundert an die Küste verlegt wurde, als Muggia sich dem Schutz der Republik Venedig unterstellte. Muggia Vecchia, das Alte Muggia, wurde aufgegeben und ist heute ein archäologischer Park. Seine einzigen erhaltenen Bauwerke gehören zur Pfarre der Basilika Santa Maria Assunta, die noch die mystische Atmosphäre eines mittelalterlichen Gotteshauses ausstrahlt.

Dass Santa Maria Assunta eine beliebte Hochzeitskirche ist, liegt auf der Hand: Ihre Lage über der Bucht von Muggia ist traumhaft, das singulär stehende Bauwerk - weitab von der nächsten Bebauung - macht den Ort ideal für das unvermeidliche Fotoshooting. Dann wirkt der Sandsteinbau mit seinem warmen Bruchsteinmauerwerk einladend und in seinen Dimensionen bescheiden. Zugleich bietet der Narthex der Basilika einen offenen und doch geschützten, schattigen Vorraum zum Kircheninneren.

Betritt man die Kirche, muss sich das Auge erst nach und nach an das gedämpfte Licht gewöhnen. Sodann eröffnet sich dem Besucher der Blick auf farbige, freskierte Wände, vor denen sich altertümliche Steinmetzarbeiten aus hellem Stein abheben: Die Chorschranken mit ihrer Flechtwerkornamentik sind Spolien aus einem deutlich älteren Kirchenbau des 8. oder 9. Jahrhunderts. Zierlich wirkt die steinerne Kanzel mit Lesepult, die von vier dünnen Säulen getragen wird. Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert schmücken die glatten Wände des Hauptschiffes wie der Seitenschiffe. Da wird die Geschichte der Gottesmutter Maria erzählt, ergänzt um Darstellungen der Evangelisten, Propheten und von Heiligen.

Zwar wurde die Basilika Santa Maria Assunta erstmals im 13. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Bautechnik und Baustil jedoch lassen eine ältere Datierung vermuten, zumal ein ähnlicher Bautypus in Istrien schon ab dem 10. Jahrhundert verbreitet war. Nach Aufgabe der Siedlung Muggia Vecchia wurde sie allein weiterhin genutzt. Über die Jahrhunderte wurde an ihr so gut wie nichts verändert. Somit ist Santa Maria Assunta eines der wenigen nahezu unversehrten architektonischen Relikte aus einer lange vergangenen Zeit.

Praktisches:

Basilika Santa Maria
53, Salita Muggia Vecchia
34015 Muggia (TS)
Tel.: 0039 - 0402 - 71164

Wie überall in Italien ist die Kirche zwischen 13 und 16 Uhr geschlossen.