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Salzburger Wasserspiele

Die Wasserspiele von Schloss Hellbrunn bei Salzburg

Ein Tagesausflug für die Familie

Dr. Birgit Stegbauer

Vielleicht wollen Sie eines der nächsten schönen Wochenenden für eine Fahrt nach Hellbrunn bei Salzburg nutzen? Es erwarten Sie dort nicht nur die weltberühmten Wasserspiele, die seit 1. April wieder täglich, auch an Feiertagen, geöffnet haben. Sie sollten unbedingt das Schloss besichtigen, es gibt sogar einen speziellen Audioguide für die Kleinen (nur Deutsch). Ein kleiner Fussweg durch den Wald führt Sie zu einem Steintheater, auf dessen Felsen-Bühne man gut Verstecken spielen kann. Der öffentlich zugängliche Teil des Schlossparks ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet der Stadt Salzburg, für den riesigen Spielplatz sollten Sie viel Zeit einplanen.

Schloss und Schlosspark Hellbrunn verdankt die Stadt Salzburg Graf Markus Sittikus von Hohenems (1574-1619), der von 1612 bis 1619 Fürsterzbischof von Salzburg war. Lange Aufenthalte in Italien hatten ihn geprägt. Von der Gepflogenheit des dortigen Hochadels außerhalb der Stadtmauern herrschaftliche Villen mit Gärten voller Grotten und Brunnen zu schaffen, muss er begeistert gewesen sein. So ließ er fast unmittelbar nach seiner Wahl zum Fürsterzbischof - er verfügte nun über genügend Pfründe - die Arbeiten zu einem Anwesen im italienischen Stil südlich von Salzburg aufnehmen. Leitende Positionen vergab er ausnahmslos an Meister ihres Faches aus Italien, etwa an Santino Solari, dem er auch den Neubau des Salzburger Domes anvertraut hatte. Zu nennen wären da ferner der Freskenmaler Fra Arsenio Mascagni und der Hydrauliker Fra Gioachino, der die Technik für die Wasserspiele  verantwortete. Nach nur drei Jahren Bauzeit, 1615, war das Schloss fertiggestellt. Bis zum Tod des Bauherrn im Jahr 1619 waren auch die Wasserspiele und die Gartenanlage vollendet.

Was diese Meister geschaffen haben ist ein manieristisches Gesamtkunstwerk: Ein Refugium für die Mußestunden des Fürsterzbischofs und seines Gefolges, ein Ort für Feste und gesellige Zusammenkünfte mit Wasserspielen, Grotten, Wasserautomaten und Skulpturen. Auch eine Naturbühne liess Markus Sittikus in den Hellbrunner Berg hauen, dort fand 1616 die erste Opernaufführung nördlich der Alpen statt, Claudio Monteverdi's 'L'Orfeo'.

Praktisches: www.hellbrunn.at Die Wasserspiele sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Denken Sie an Regenjacken oder ev. an Wechselkleidung.

Täglich: April, Oktober und November: 9-16:30 Uhr Mai, Juni und September: 9-17:30 Uhr Juli und August: 9-21 Uhr (letzte Führung: 18:00 Uhr)

Tickets: 9,50 EUR/Erwachsene, 4,50 EUR/Kinder 24 EUR/Familienkarte Kombitickets mit dem Hellbrunner Zoo werden angeboten.

Es gibt ein Restaurant im rechten Teil des Schlosshof (www.gassner-gastronomie.at), sowie Kioske im Schlosspark.