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St. Jakob in Villach und die Krippenausstellung

Nie sieht St. Jakob festlicher aus als in der Vorweihnachtszeit, wenn der hohe Turm mit Lichterteppichen geschmückt ist und die Buden des Weihnachtsmarktes sich rund um die Kirche schmiegen. Immer schon war die Geschichte von Villachs Stadthauptpfarrkirche aufs engste verknüpft mit der Stadtgeschichte Villachs. Bedeutsam ist vor allem der reiche Bestand an spätmittelalterlichen Kunstwerken und Grabdenkmälern. Die orientalische Krippe von St. Jakob stellt bis Maria Lichtmess (2. Februar) das Weihnachtsgeschehen nach. Sie ist vor der Taufkapelle aufgestellt. Vom 6. bis 14. Dezember 2014 lädt überdies die Krippenausstellung der Krippenfreunde Villach im Jakobushaus, Kirchenplatz 9, zu einem Besuch ein.

Es ist eher selten, dass die Krippe in einer Kirche vor Heilig Abend aufgestellt wird. In St. Jakob hingegen hat das Tradition. Hier ist die Krippe schon ab dem 1. Adventssonntag aufgebaut, links vom Chor, vor der Leinigerkapelle (Taufkapelle). Allerdings zunächst noch ohne die Heilige Familie - sie bereichert die Krippe erst ab dem 24. Dezember. Das Weihnachtswunder spielt sich vor einer orientalischen Kulisse ab, mit flach gedeckten Häusern und Kuppeln und der Geburtsgrotte von Bethlehem, welche 1998 von den beiden Villacher Krippenbaumeistern Erich Körbler und Lambert Windhagauer geschaffen wurde. Erich Körbler ist auch langjähriger Obmann der Krippenfreunde Villach, die jedes zweite Jahr eine Krippenausstellung im Jakobushaus, Kirchenplatz 9, abhalten. Die diesjährige Ausstellung zeigt bis 14.12.2014 etwa 40 Krippen von einheimischen Krippenbauern.

Die Ursprünge von St. Jakob in Villach reichen vermutlich bis ins 9./10. Jahrhundert n.Chr. zurück. Archäologisch gesichert ist ein romanischer Vorgängerbau der heutigen Kirche, der 1136 erstmals schriftliche Erwähnung findet. Das Gotteshaus wurde durch das Erdbeben von 1348 zerstört und in mehreren Etappen wiederaufgebaut: 1360-1370 der Chor, 1450-1460 das Langhaus mit Campanile und 1524 das Gewölbe des Langhaus.

Ihre größte Blüte erlebt die Pfarre St. Jakob während der Reformationszeit, als in ihr zwischen 1526 und 1594 die protestantische Lehre verkündet wurde. Diese hatte damals in Villach viele mächtige Förderer gefunden, wie beispielsweise die Familien Dietrichstein, Khevenhüller, Künsberg, Leiniger und Weißbriach. Sie alle versahen St. Jakob mit Kapellenanbauten, Familiengrablegen, einer Orgelempore und einer Kanzel. Die damals entstandenen Werke zählen zu den Höhepunkten der österreichischen Steinmetzkunst im 16. Jahrhundert. Mit dem Einsetzen der Gegenreformation jedoch waren viele dieser reichen, einflussreichen Familien zur Auswanderung gezwungen - ein gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Kahlschlag, von dem sich die Stadt Villach lange nicht erholte.

Jeder Besucher von St. Jakob wird beeindruckt sein von der Höhe und Weite des großzügig dimensionierten, harmonischen Innenraumes. Die dreischiffige Hallenkirche wird durch elegante, schlanke Säulenpaare gegliedert. Im gotischen Chor mit seinem barocken Stuck in den Gewölbefeldern steht ein graziöer, spätbarocker Hochaltar von 1784/1785. Über einer Figur der schmerzhaften Muttergottes (17. Jahrhundert) schwebt ein großes, spätgotisches Kruzifix (1502). Die weiteren Figuren des Altares bebildern neben den Apostelfürsten Petrus und Paulus die Kirchenpatrone von St. Jakob: Den Hl. Laurentius, den Hl. Jakobus und die Hl. Drei Könige. Rund um die Patronatsfeste der Kirchenpatrone von St. Jakob wurden und werden in Villach übrigens nach wie vor Märkte abgehalten: Der Dreikönigsmarkt (6. Januar), der Laurentiusmarkt (10. August) und insbesondere der Jakobimarkt (25. Juli), aus dem der Villacher Kirchtag hervorgegangen ist.

Praktisches:

Stadthauptpfarrkirche St. Jakob in Villach
Kirchenplatz 8, 9500 Villach

Krippenausstellung im Jakobushaus (6.12.-14.12.2014)
Kirchenplatz 9, 9500 Villach

Öffnungszeiten:
Montags bis Samstags 14 bis 19 Uhr
Sonntags 10 bis 19 Uhr

Eintrittsgeld:
Freiwillige Spende