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Terra Montana

Das Schaubergwerk Terra Montana in Bad Bleiberg

Dr. Birgit Stegbauer

Welch bedeutende Rolle der Bergbau im Wirtschaftsleben Kärntens einst spielte, erlebt man nirgendwo besser als im Schaubergwerk Terra Montana in Bad Bleiberg. Seit Mai kann man wieder täglich in den Berg einfahren. Die Terra Montana bietet sich insbesondere bei Schlechtwetter oder an heissen Tagen als Ausflugsziel an, da die Temperatur im Stollen konstant bei circa 9 Grad Celsius liegt.

Es war ein unscheinbares Plexiglas-Modell in der Mineralien-Abteilung des Kärntner Landesmuseums in Klagenfurt, das mir erstmals eine Vorstellung davon gab, wie sehr sich die Menschen hier seit Jahrhunderten in die Berge eingegraben und diese wirtschaftlich ausgebeutet hatten. Eisen, Gold, Silber, vor allem aber Blei, Zink und Magnesit, sowie Marmor und Kalk machten Kärnten im Mittelalter und in der Neuzeit zu einer ertragreichen 'Goldgrube'.

Bleiberg war schon seit dem 14. Jahrhundert ein Zentrum für den Blei- und Zinkbergbau. Die Besitzungen, die ursprünglich zum Bistum Bamberg gehörten, wechselten 1753 an den Österreichischen Staat. Dieser gründete 1867 die Bleiberger Bergwerks Union (BBU), die fortan die Geschicke des Standortes dirigierte. Obwohl die BBU eine der modernsten Untertagegruben in Europa war, in der 1979 noch beinahe 500.000 Tonnen Grubenroherz gefördert wurden, konnte sie nicht mehr wirtschaftlich operieren. Daher wurde 1993 der Bergbau in Bleiberg eingestellt.

Das Schaubergwerk Terra Montana hält diese 700-jährige Tradition lebendig. Über eine Bergmannsrutsche gelangt man zu einer Grubenbahn, die die Besucher 2km weit in den Berg einfährt. Von dort aus geht man auf einem 700m langen Rundkurs und erhält an 14 Stationen Informationen zur Arbeitswelt der Bergmänner, zur Geschichte des Bergbaus und zu Fördertechniken. Teilweise erzählt eine animierte Bergmanns-Puppe, der alte Josef, von der Arbeit unter Tage. Dann wieder wird die Bedienung von Maschinen vorgeführt oder - was jedes Bubenherz höher schlagen lässt - eine Sprengung im Berg.

Gerne hätten wir die Bleiberger Grube noch weiter erforscht. Immerhin erstrecken sich deren Stollen über eine Länge von 1.300km (Ost-West-Erstreckung ca. 11km, Nord-Süd-Erstreckung ca. 1km) und graben sich bis zu 850 Meter in die Tiefe, so dass der tiefste Stollenpunkt nur 87m über dem Meeresspiegel liegt. Doch auch über Tage begegnet der aufmerksame Spaziergänger immer wieder Hinweisen auf den einstigen Bergbau, so stößt man etwa bei Mittewald ob Villach auf Eingänge zum Franz-Josef-Stollen.

Ein Nebeneffekt aus dem Bergbau verhalf Bleiberg schließlich zu seinem Bade-Status: 1951 brach eine Thermalwasserquelle in einen der Stollen ein und führte zu der Errichtung eines Thermalbades. Das kleine Bad ist ein gut frequentierter Schlechtwetter-Treffpunkt für Villacher Familien mit kleinen Kindern und Schwimmanfängern.

Praktisches: TMB-Terra Mystica BetriebsgesmbH Bleiberg-Noetsch 91 9531-Bleiberg-Noetsch/ob Villach www.terra-mystica.at

Terra Montana: Mai und Juni

sowie September und Oktober: Täglich 15 Uhr

Juli und August: Täglich 16 Uhr

Ein thermales Stollenklima sorgt für konstante 9 Grad Celsius. Bitte warm anziehen! Dauer der Besichtigung: Circa 1,5 bis 2 Stunden

Preise: Erwachsene: 16 EUR Kinder: 9 EUR

Keine Kinder unter 4 Jahren. Empfehlenswert ab Schulkindalter.