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Trieste (IT)/Triest: Napoleonica und Schloss Miramare

Die Napoleonica und Schloss Miramare sind das Beste, was man in Triest dem italienischen Siesta-Shutdown entgegensetzen kann: Die Napoleonica ist ein Höhenweg oberhalb der Adria mit wunderschönen Blicken auf Triest und den Golf von Triest; direkt an der Adriaküste hingegen liegen Schloss Miramare und sein botanischer Garten, die ganzjährig, ganztägig für Besucher geöffnet haben.

Typischerweise erreicht meine Familie bei einem Italien-Ausflug das Ziel gegen Mittag, also kurz, bevor sich die Innenstädte in Geisterstädte verwandeln; die Läden schließen, die Kirchen schließen und einzig die Bars und Restaurants sind geöffnet. So stellt sich immer die Frage, wie sich diese dreistündige Zwangspause des öffentlichen Lebens überbrücken lässt, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist. In Triest bieten sich ein Spaziergang auf der Napoleonica oder ein Besuch von Schloss Miramare an.

Beide können mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Stadtzentrum aus, genauer gesagt von der Piazza Oberdan aus, erreicht werden. Kaufen Sie die Fahrkarten noch vor Fahrtantritt, zum Beispiel in einem mit “T” gekennzeichneten “Sali e Tabacchi”-Trafik (die auch über Mittag schließen), denn die Busfahrer verkaufen keine Tickets. Für Schloss Miramare nehmen Sie den Bus Nr. 36 in Richtung Grignano (alle 20 Minuten) bis zur Endhaltestelle und gehen dann noch 15 Minuten am Lungomare  bis zum Eingang des Schlosses. Für die Napoleonica besteigen Sie die Tram Linie 2 in Richtung Opicina (alle 20 Minuten) und fahren Sie bis zum Obelisken von Opicina/ Piazzola dell’Obelisco.

Die Napoleonica, auch als Strada Vicentina (nach dem Ingenieur, der sie vermessen hat) bezeichnet, ist ein Weg, der zu napoleonischer Zeit angelegt wurde, um den Truppentransport zwischen Venedig und Triest zu verbessern. Heute treffen sich hier die Triestiner für den Sonntagsspaziergang: Die ebene Straße schmiegt sich 250 m über der Stadt in den Kalkfelsen und folgt dem Küstenverlauf der Adria gute 4 km; wobei sich auf dem windgeschützten, sonnigen Weg phantastische Blicke auf Triest, seinen alten Hafen und seinen Golf auftun. Nehmen Sie auch zurück wieder die historische Tram, die seit 1902 in Betrieb ist und die ihren steilsten Streckenabschnitt (26% Steigung) mit Hilfe einer Standseilbahn überwindet; ich gestehe, dass ich eine Nostalgie für Straßenbahnen habe und die Fahrt mit der Linie 2 steht auf meiner Triest-Highlights-Liste ziemlich weit oben.

Schloss Miramare erhebt sich pittoresk auf einem Felsen über dem Meer. Der Wohnsitz für Erzherzog Ferdinand Maximilian, den Bruder des österreichischen Kaisers, und seiner Frau Charlotte von Belgien entstand zwischen 1856 und 1860, kurze Zeit nach der Ernennung Ferdinand Maximilians zum Oberbefehlshaber der österreichischen Kriegsmarine, die in Triest stationiert war. Der ausführende Architekt war Carl Junker, was insofern ungewöhnlich war, als sich sein Namen fast nur mit Wasserbau verbindet. Der Dekorateur Franz Hofmann und sein Sohn wiederum setzen Maximilians Anweisungen für die Gestaltung der Innenausstattung um, was bis 1870 andauerte.

Zu dem im Stil des Historismus gebauten Schloss gehört ein weitläufiger Garten, dessen dem Schloss zugewandter Teile im italienischen Stil mit symmetrischen Pflanzungen und Rabatteneinfassungen gestaltet ist; der weitaus größte Teil aber wurde als englischer Park angelegt, mit einheimischen wie exotischen Pflanzen, die Ferdinand Maximilian von seinen Reisen mit der österreichischen Flotte mitgebracht hatte.

Ferdinand Maximilian erlebte die Fertigstellung von Miramare nicht; 1863 wurde er zum Kaiser von Mexiko ernannt und machte sich auf den Weg in ein Land, das keine europäische Lösung für inneramerikanische Probleme erwünschte. Schon 1867 kam es zu seiner Entmachtung und Verurteilung. Éduard Manets Gemälde ‘Die Erschießung Kaiser Maximilians’ bebildert sein Lebensende.

 

Übrigens steht die Schloss Miramare vorgelagerte Meeresbucht seit einigen Jahren als ‘Marina di Miramare’ unter Naturschutz; Aquarien im Castelletto des Schlossparks geben den Besuchern eine Ahnung von der Artenvielfalt der ‘Marina di Miramare’.

 

Praktisches:

Zur Napoleonica (dt):

http://www.percorsiprovinciats.it/home/dettagliomap/529

 

Zur Tram nach Opicina:

http://www.percorsiprovinciats.it/home/dettagliomap/538

 

Castello di Miramare – Parco di Miramare

Viale Miramare, 34151 Trieste (IT)

 

Informationen zu Schloss Miramare, den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen (Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch):

www.castello-miramare.it/