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Bled und die Vintgarklamm

Im Spätsommer, wenn das Laub der Bäume zu leuchten beginnt, ist der Bleder See in ein malerisches Farbenmeer getaucht. Der 6 km lange Spaziergang um den See ist dann ein besonderer Augenschmaus. Wie auch die Fahrt auf der Pletna über den See zur Insel, wo man die Glocke der Kirche Maria Himmelfahrt läuten sollte. Oder wie der kurze Spazierweg vom See zur Burg Bled, von wo aus man einen herrlichen Blick auf den See hat. Haben Sie auch die Bleder Schnitte gekostet? Wer Kultur mit Natur verbinden möchte, kombiniert einen Ausflug nach Bled mit einem Gang durch die Vintgar-Klamm, die von Bled nur einen Katzensprung entfernt ist.

Zwei Blüten erlebte Bled: Eine erste gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als der Wiener Adel und das Großbürgertum Bled als Bade- und Erholungsort entdeckten. Die zweite unter Tito in Jugoslawien. Beide Epochen prägen bis heute das Erscheinungsbild von Bled: Die Villen der Bell' Epoque und die Hotelkomplexe der Nachkriegszeit. Glücklicherweise ist Bled ein Ausverkauf der Seeliegenschaften erspart geblieben und Ort wie See haben einen gewissen Charm bewahrt.

Auch ist der Bleder See mit einer Länge von 2,1 km und einer maximalen Breite von 1,3 km einerseits überschaubar, andererseits landschaftlich abwechslungsreich. Auf seiner Insel stand schon im Altertum ein Heiligtum, das der heidnischen Liebesgöttin Živa geweiht war. Dieses wurde im 8. Jahrhundert n. Chr. zu einem Marien-Heiligtum umgewidmet. Die heutige Kirche Maria Himmelfahrt entstand 1465, sie wurde im 17. Jahrhundert barockisiert. Zu ihr gehören ein freistehender Glockenturm und eine 99-stufige Treppe. Legenden ranken sich um die Insel, ihre Kultstätten und ihre Wunschglocke.

Burg Bled, neben der Insel das andere Wahrzeichen von Bled, erhebt sich auf einem steil über dem See aufragenden Felsen. Früheste Burgteile datieren in das Jahr 1011, die Anlage der Brixener Bischöfe wurde über die Jahrhunderte skuzessive erweitert. Heutigentags beherbergt sie ein Museum (das siedlungsgeschichtliche Ausgrabungsfunde rund um den Bleder Burgberg dokumentiert), diverse kleine Shops und ein Restaurant. Der Eintritt ist vergleichsweise teuer, so dass diese Ausgabe - obwohl die Aussicht vom Burgberg grandios ist - meiner Meinung nach überlegt sein sollte.

Vergleichsweise günstig sind dagegen die Eintrittspreise in die nur 4 km von Bled entfernt liegende Vintgar-Klamm, die bereits im Schutzgebiet des Triglavski Narodni Park liegt. Der Fluss Radnova hat hier auf einer Länge von 1,6 km den Bergen Hom und Boršt ein Flussbett abgerungen. Die Klamm ist eng, die Felswände steil, das blau-grün schimmernde Wasser ungestüm. Auf Holzstegen und befestigtem Weg begleitet man die ungebändigte Radnova mit ihren Stromschnellen und unzähligen kleinen Wasserfällen. Just in dem Augenblick, als der Fluss etwas zur Ruhe kommt und die umgebende Berglandschaft gemäßigter wird - so dass man denken könnte, man hat schon alles gesehen, was es zu bewundern gibt - steigert sich die Radnova zu einem unerwarteten Finale: Einem 16 m hohen Wasserfall!

Praktisches:
Anfahrt von Villach ca. 40 Minuten via Karawankentunnel.

Fremdenverkehrsamt Bled
Cesta svobode 10, 4260 Bled, Slowenien
Tel: +386 4 574 1122
www.bled.si/de/

Vintgar-Klamm
Podhom 80, SI-4247 Zgornje Gorje, Slowenien
Tel: +386 31 344 053
www.vintgar.si

Geöffnet:
Mitte April bis voraussichtlich Anfang November, täglich 8-19 Uhr
Eintrittspreis:
5€/Erwachsene, 2,50€/Kinder (6-16 Jahren), 0,80€ Kinder bis 6 Jahre