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Garnitzenklamm

Dr. Birgit Stegbauer

Unter Kärntens Schluchten ist die Garnitzenklamm eine der spektakulärsten. Tosende Wasserfälle, enge Schluchten, große Felsbrocken markieren den Lauf des Garnitzenbaches. Auch geologisch gesehen ist die Garnitzenklamm interessant, kann man in ihr doch geradezu vorbildlich den Aufbau und die Faltung der Karnischen Alpen studieren (Geo-Trail). Für die 4 km lange Strecke (einfacher Weg) mit einem Höhenunterschied von 500 m brauchen Sie vor allem gutes Schuhwerk und Trittsicherheit, und dann nichts wie los ins Abenteuer! (Für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet.)

Unmittelbar am Ortsende von Hermagor biegt man nach Möderndorf ab, den Schildern zur Garnitzenklamm folgend. Dort, wo die Straße dann ihren serpentinenartigen Anstieg zur Eggeralm beginnt, sind die Parkplätze für die Garnitzenklamm und dort ist auch der Eingang in die Schlucht. Hier sieht man eines der lustigsten Verbotszeichen überhaupt, mit einem durchgestrichenen Stöckelschuh. Denn gute Wanderschuhe sind in der Klamm wirklich ein Muss, selbst Turnschuhe sind auf dem teils feuchtem Gestein nur bedingt geeignet.

Seit 1891 ist die Schlucht ist erschlossen von der Alpenvereins-Sektion Hermagor, die vor allem nach den jährlichen Hochwassern die alpinen Steiganlagen und die Brücken wieder Instand setzt. Typischerweise ist die Garnitzenklamm ab Mai bis Oktober bei trockenem Wetter begehbar.

Der Steig gliedert sich in vier Teile mit verschiedenen Varianten für den Rückweg. Wir sind bisher durch die ersten drei Abschnitte gegangen und über eine Forststraße wieder zurück zum Parkplatz, dafür muss man etwa 3 1/2 Stunden reine Gehzeit einplanen. Mit Kindern sollten Sie gut Extra-Zeit fürs Steine werfen, Dämme bauen oder im eiskalten Wasser baden einkalkulieren. Wichtig ist auch es eine Brotzeit einzupacken, denn auf dem Weg gibt es keine Einkehrmöglichkeit!

Entstanden ist die Garnitzenklamm im Laufe der letzten Eiszeit. Damals, vor ungefähr 10.000 Jahren, ließen abschmelzende Gletscher Unmengen von Wasser abfließen. Eine hier verlaufende geologische Störzone der Karnischen Alpen bot dem ablaufenden Wasser geringeren Widerstand als das umliegende Gestein und so fraß sich dieses mit der Zeit immer tiefer in den Felsen ein.

Interessanterweise legte das Wasser dabei ein Stück Erdgeschichte frei: Unsere Alpen sind ja vor etwa 250 Millionen Jahren entstanden durch Erhebungen in der Erdkruste und je nach Sedimenten setzen sich die Gebirgszüge in unseren Alpen geologisch sehr unterschiedlich zusammen. Platten prallten aufeinander, Landmassen wurden gestaucht und in der Folge kam es zu Verschiebungen der Erdkruste beziehungsweise zu Faltungen auf teilweise kleinsten Raum. In der Garnitzenklamm läßt sich dies geradezu exemplarisch für die Karnischen Alpen studieren, weshalb in der Schlucht mehrere Schautafeln des sogenannten Geo-Trails viel Wissenswertes erläutern.

Praktisches:

Am Ortsende von Hermagor in Richtung Möderndorf/Garnitzenklamm abbiegen und dann immer geradeaus.

Zur Garnitzenklamm:
https://www.alpenverein.at/hermagor/home/topnews/2015_05_29_Garnitzenklamm.php

http://www.garnitzenklamm.at/link05.html

(Dort kann auch eine Orientierungskarte der Garnitzenklamm als pdf-file heruntergeladen werden.)

Gute Wanderschuhen sind ein Muss, Trittsicherheit ist erforderlich. Nicht begehen während oder unmittelbar nach starken Regenfällen.

Geeignet für Kinder ab etwa 6 Jahren.

Eintrittspreise in die Klamm:
Erwachsene 5,30 EUR, Kinder (bis 14 Jahre) 2,00 EUR
Ermäßigung für Alpenvereins-Mitglieder.

Zum Geo-Trail Garnitzenklamm
http://www.bergfex.at/sommer/kaernten/touren/wanderung/38757