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Wanderung zur Lienzer Hütte (1.977 m) im Nationalpark Hohe Tauern

Dr. Birgit Stegbauer

Die Anfahrt lohnt sich: Nicht nur ist die Landschaft hier in der Schobergruppe traumhaft schön - das Tal des Debantbaches, dem man auf dem kurzen Aufstieg folgt, wird umrahmt von mehreren Dreitausendern. Auf der Lienzer Hütte ist die Bewirtung bestens und sowohl der hütteneigene Spielplatz als auch der Wildbach selbst sind ein Eldorado für die Kinder. Hier kann man Stunden zubringen - oder noch weiter aufsteigen zum Salzplattensee, einem der wirklich besonders schönen Alpenseen!

Über das Drautal fährt man bis Lienz und folgt dann bei Nussdorf-Debant den Wegweisern zur Lienzer Hütte. Der lange Fahrtweg führt nun längs des tief eingeschnittenen Debantbach-Tales und geht - anfangs auf Asphalt, später auf guter Schotterstraße - bis zum Parkplatz Seichenbrunn auf 1.686 m. Ab hier bewegt man sich im Gebiet des Nationalparks Tauern, und zwar auf der Tiroler Seite, in der landschaftlich weitgehend unberührten Schobergruppe.

Vom Parkplatz aus nimmt man den Natur-Kulturlehrweg zur Lienzer Hütte (1.977 m). Man muss circa 1 1/2 Stunden für den Aufstieg mit seinen etwa 200 Höhenmetern rechnen. Der Weg ist ein Pfad, der über Stock und Stein führt, immer in der Nähe des wilden Debantbaches. Etliche Schautafeln informieren über Besonderheiten längs des Weges, etwa über Ameisenhaufen oder Alpenmoore. Auf halbem Wege passiert man auch ein Hofmuseum.

Am Ende des Weges erreicht man den Talschluss des Debantbaches, der sich gut 1.000 m tief in die umgebenden Bergkämme einsenkt. Er wurde von eiszeitlichen Gletschern zu einer trogförmigen Wanne ausgehobelt, wie überhaupt Gletscherabtragungen und Witterungsvorgänge der ganzen Schobergruppe ihr charakteristisches Aussehen verpaßt haben: Die rund 40 Dreitausender zeichnen sich durch schroffe Felsflanken und steile Grate aus, an den Talhängen haben sie zum Teil großräumig Geröll angesammelt.

Hier liegt nun die Lienzer Hütte. Natürlich kann man jetzt einfach abschalten und die gute Jausne und die traumhafte Umgebung genießen. Zur Ruhe kommen und die Kinder am Spielplatz oder Bachlauf die Natur erleben lassen (Handtuch und eventuell Wechselkleidung mitnehmen). Sobald die Kraftreserven aber wieder aufgefüllt sind, empfehle ich noch etwas weiter aufzusteigen, zum Salzplattensee (2.372 m). Man folgt dazu dem Elberfelder Weg in Richtung der Gößnitz-Scharte. Nach etwa 1 Stunde guten Aufstiegs - es sind knappe 400 Höhenmeter - ist man hat sein Ziel erreicht.

Der Salzplattensee ist kein großer See. Er liegt so geschützt zwischen den Felsen und wird umschlossen von grün-satten Wiesen, dass man sich kein sanfteres Plätzchen in dieser Steinwüste vorstellen kann. Unsere Kinder haben hier einen Wassermolch, einen Grasfrosch und viele Kaulquappen entdeckt und Steintürmchen auf den großen Steinen im See gelegt. Wir haben den Pfiffen der Murmeltiere und dem Blöcken der Schafe gelauscht und - natürlich nochmals gejausnet, bevor wir uns wieder an den Abstieg gemacht haben. Was für ein schönes Plätzchen Erde dies doch ist!

Praktisches:

Anfahrt über das Drautal in Richtung Lienz. Ganz kurz hinter Lienz, bei Nussdorf-Debant, der grünen Beschilderung zur Lienzer Hütte folgen.  www.lienzerhuette.com

 
Lienzer Hütte, Bewirtschaftung von Anfang Mai bis Ende September
Pächter: Berni und Georg Baumgartner
Tel. Hütte: 0 48 52 - 6 99 66
Tel. Tal: 0 48 52 - 6 30 97
Email: lienzerhuette@aon.at
 
Die Lienzer Hütte ist eine Hütte des OeAV, in der man auch übernachten kann (unbedingt vorher reservieren).
 
Alpenvereinskarte 41 'Schobergruppe'