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Skocjanske Jame / Die Höhlen von St. Kanzian (Slowenien)

Dr. Birgit Stegbauer

Über 8.000 Höhlen gibt es in Slovenien, darunter etwa 25 Schauhöhlen. Und auch wenn Postojna Jama mit ihrer Tropfstein-Wunderwelt die bekannteste aller Karst-Höhlen ist, sind für mich die Skocjanske Jame mehr mit Karst und Natur und Nähe zur Adria verbunden. Highlight dieser Höhlentour ist der Weg längs der unterirdisch verlaufenden Reka mit ihren Canyons und einer spektakulär hohen Brücke.

Die Skocjanske Jame (Jame = Höhlen) sind ein Werk des Flusses Reka (Reka = Fluß). Der nur 54 km lange Wasserlauf hat seine Quelle in Kroatien, fließt dann durch den Westen Sloweniens und verschwindet bei Skocjan in den Karst. Erst 38 km später kommt die Reka in Italien wieder an die Oberfläche, nun als einer von mehreren Quellflüssen der Timova, die bei Duino in die Adria mündet. Die Reka fließt also größtenteils unterirdisch.

Im Laufe der Jahrmillionen hat die sie ein ganzes Höhlensystem in den Karst eingegraben - mit Kathedralen, die eine Höhe von bis zu 150 m erreichen! Die Skocjanske Jame können für sich beanspruchen, die längsten und zugleich höchsten unterirdischen Canyons Europas zu besitzen. Außerdem findet sich in ihren Dolinen sowohl alpine als auch mediterrane Flora. Dies gab den Ausschlag, daß ganz Skocjan mitsamt der Höhlen, Dolinen und des Dorfes 1986 in die Liste der Naturdenkmäler der UNESCO aufgenommen wurde.

Als Besucher der Skocjanske Jame hat die man die Möglichkeit zwischen 2 Touren auszuwählen, die beide etwa 3 km lang sind und um die 1,5 Stunden dauern:

Die klassische Höhlentour, die zu den unterirdischen Canyons der Reka führt, beginnt mit einer Besichtigung der sogenannten Stillen Höhle. Es ist dies ein Seitengang des Höhlensystems, der nur bei extremem Hochwasser unter Wasser steht und viele Tropfsteine birgt. Am Ausgang der Stillen Höhle blickt man hinab auf die Reka, die sich hier über 100 m tief in den Kalkstein eingeschliffen hat. Der Ausblick auf den Canyon ist beeindruckend, vor allem von der 45m hohen Brücke, die die beiden Flußufer verbindet. Immer am Flußlauf entlang erreicht man wieder die Erdoberfläche bei der Großen Doline, deren Wände 160m hoch aufragen. Ein Aufzug bringt die Besucher zurück zum Besucherzentrum.

Die neue Tour  führt den Besucher zu der Stelle, an der die Reka erstmals einen unterirdischen Lauf nimmt, nämlich direkt unterhalb des Dorfes Skocjan. Die Reka hat hier eine 300m lange und etwa 30m hohe Höhle geschaffen, in die aus verschiedenen Öffnungen Tageslicht einfällt. Entlang der Einsturzdoline Mala Dolina und durch eine Naturbrücke, die als letzter Rest der eingestürzten Höhlendecke erhalten ist, folgt man der kurz nochmals oberirdischisch fließenden Reka bis zur Großen Doline, wo die Reka endgültig im Karst verschwindet.

Die neue Tour wurde erst im April 2011 wiedereröffnet. Ein Hochwasser im Jahr 1965 hatte den Besucherweg für lange Zeit unpassierbar gemacht. Man erlebt hier das Wechselspiel von Kalkfels und Wasser und Flora in einer absolut einmaligen Form. Hinzu kommt, daß die neue Tour deutlich weniger frequentiert wird. Auch der gut einstündige Lehrpfad um die Große Doline und die Mala Dolina sowie das Dorf Skocjan ist sehr zu empfehlen.

 

Praktisches:

Anfahrt von Villach ca. 1:40 Minuten via Ljubljana, ca. 2:00 Stunden via Trieste

Besucherzentrum Park Skocjanske Jame

Matavun 12

SI-6215 Divaca

Tel.: 00 386 - 5 70 82 110

psj.info@psj.gov.si

www.park-skocjanske-jame.si

 

Klassische Höhlentour: Ganzjährig

Die Besichtigungszeiten variieren je nach Monat und können auf der Website aufgerufen werden.

Preise: 15 EUR/Erwachsene, 7 EUR/Kinder (5-15 Jahre)

 

Neue Tour nur von April bis Oktober.

Nicht-geführte Besichtigung von Juni bis September

Geführte Touren im April, Mai und Oktober

Die Besichtigungszeiten variieren je nach Monat und können auf der Website aufgerufen werden.

Preise: 10 EUR/Erwachsene, 5 EUR/Kinder (5-15 Jahre)

 

Die Temperatur in der Höhle ist konstant bei 12 Grad Celsius. Bitte warm anziehen und an Sportschuhe denken.