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Orthodoxes Ostern: Freude über die Auferstehung Jesu

Feiertag. Ostern (Pas'cha oder Sonntag der Auferstehung).

Wann? Es wird am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond gefeiert, allerdings nicht wie bei uns gewohnt nach dem ersten Frühlingsvollmond, sondern nach dem ersten Vollmond, der dem jüdischen Pessach folgt. Im Jahre 2017 fällt dieser Tag auf den 16. April.

Wo? Griechenland, Russland, Ukraine, Rumänien, Weißrussland und alle anderen christlich orthodoxen Länder.

Bedeutung und Geschichte. Ostern ist das wichtigste und das heiligste religiöse Fest für alle orthodoxen Christen. Man feiert die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seiner Kreuzigung und seinem Tod, wie im Neuen Testament beschrieben. Nach dem Tod wurde Jesus vom Kreuz abgenommen und sofort begraben. Doch am Sonntag war das Grab auf eine wundersame Weise leer: Engel haben daraufhin die Nachricht verbreitet, dass Jesus auferstanden war. In den nächsten 40 Tagen erschien Jesus vor seinen Aposteln und Jüngern, bevor er schließlich in den Himmel aufgestiegen ist.

Art der Feier. Die geistige Vorbereitung für Ostern beginnt mit der großen Fastenzeit, die 48 Tage dauert; dabei müssen strenge Regeln befolgt werden. Die letzte Woche davon wird Palmwoche genannt, und sie endet mit dem Lazarus-Samstag. Dann kommt der Palmsonntag, die Karwoche, und schließlich Ostern selbst. Es beginnt unmittelbar nach der Osterliturgie.

Am Abend gehen orthodoxe Gläubigen in die Kirche um die heilige Messe (Agape Vespers) zu hören und dann an der Osterprozession teilzunehmen, Kreuzgang genannt. Er beginnt um Mitternacht und symbolisiert den Weg der Jünger, die dem auferstandenen Christus entgegen gingen. Zusammen mit seinen Gläubigen geht der Priester drei mal um die Kirche - entgegen dem Uhrzeigersinn.

Festlich gekleidete Menschen bringen Osternkörbe mit diversen Gerichten mit und warten darauf, dass der Priester diese segnet. Normalerweise enthält ein Osternkorb ein süßes festliches Osterbrot, genannt "Paska", gefärbte Eier, Schweinefleisch, manchmal sogar Wein. Die Eier symbolisieren sowohl ein neues Leben als auch Jesus' Grab oder Jesus' Blut, wenn sie in rot gefärbt sind.

Familientraditionen. "Christus ist auferstanden!“ - auf diese Weise grüßen sich alle orthodoxen Gläubigen am Osterntag, statt "Guten Morgen" oder "Hallo". Die traditionelle Antwort lautet: "Wahrhaftig auferstanden!".

"Für uns ist es sehr wichtig, Osternbrot in der Kirche segnen zu lassen", erzählt Peter aus Russland über die orthodoxen Traditionen. "Es gibt ein sehr schönes Ritual, nachts Kerzen in die Kirche mitzubringen und diese in die Osterkörbe zu setzen. Das Familienfest beginnt mit einem Spiel: Kinder und Erwachsene "kämpfen" mit farbigen Eiern, indem sie diese aufeinander drücken. Wessen Ei ist stärker?

Eine spirituelle Bedeutung des Osterfests liegt in der Freude über die Auferstehung, Entstehung eines neuen Lebens. Wir freuen uns darüber, dass Jesu als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Nur durch das Fasten kann man am Ostersonntag das innere Licht anzünden", erklärt Peter.

Man sollte Spaß am Ostern haben: wer am heiligen Tag traurig ist, wird das ganze Jahr traurig bleiben. 

Fotos eines orthodoxen Ostergottesdienstes finden Sie hier: http://www.preobraz.kiev.ua/2016/05/pashalne-bohosluzhinnya-fotoreportazh/ 

Text: Vita Vitrenko, Fotos: Vita Vitrenko, Irina Nimchenko.

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