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Sant Jordi in Katalonien: Tag des Buches und der Rose

Fest. Sant Jordi Tag.

Wann? Am 23. April.

Wo? Katalonien (eine autonome Region in Spanien).

Bedeutung und Geschichte. "Sant Jordi" ist das romantischste katalanische Fest, das dem Valentinstag ähnlich ist. Sant Jordi (Sankt Georg) ist der Schutzpatron von Katalonien. An diesem Tag beschenken sich Geliebte, Freunde und Kollegen gegenseitig. Sant Jordi Tag ist kein gesetzlicher Feiertag, aber die Katalanen finden immer Zeit um ihn zu feiern und ihre Liebe zu ihren Geliebten zu zeigen.

Der Legende nach befreite der Prinz Sant Jordi ein katalanisches Dorf von einem schrecklichen Drachen. Dieser Drache lebte in einem See nicht weit vom Dorf und versetzte die Bewohner ständig in Angst. Um den Drachen zu besänftigen, brachte man zu ihm immer wieder ein Lamm und eine Jungfrau. Eines Tages traf das Los eine Prinzessin. Sant Jordi rettete sie und besiegte das Monster in einem blutigen Kampf. An der Stelle, wo das Blut aus dem Drachen sprudelte, wuchs ein schöner Rosenbusch. Es waren die schönsten Rosen, die die Prinzessin jemals gesehen hatte. Der junge Prinz schnitt eine Rose ab und bot sie der Tochter des Königs als Zeichen seiner Liebe.

Daher pflegen die Katalanen eine wunderschöne Tradition: Frauen werden an diesem Tag mit Rosen beschenkt, die Männer bekommen im Gegenzug Bücher, unter dem Motto “Eine Rose für die Liebe und ein Buch für immer". Diesen Brauch exportiert Katalonien in die ganze Welt: 1995 proklamierte UNESCO den 23. April, den Geburtstag von Shakespeare, als Welttag des Buches.

Art der Feier. Maria Piedad Guerrero Arjona kam nach Klagenfurt im Sommer 2013 aus Katalonien und lebt dort mit ihrem Mann und drei Kindern. Sie hat deutsche Philologie studiert und ist nun beim CIC für die Kommunikation zuständig.

Maria erzählt über den Tag der Rose: „Bücher- und Blumenstände sind auf den Straßen in allen Städten in Katalonien ausgestellt. Man kann dort die neuesten Bestseller finden und diese gleich von den Autoren signieren lassen. Die meisten Frauen tragen eine Rose in der Hand. Es ist ein beeindruckendes Schauspiel von Farben, Duften und Fantasien, ein Tag der Liebe und der Kultur. Stellen Sie sich vor: die Hälfte des gesamten jährlichen Buchverkaufs in Katalonien findet an diesem Fest statt!“.

Familientraditionen. Für Maria’s Familie ist der Sant Jordi Tag ein geliebtes Fest. „Nicht nur mein Mann und ich tauschen an diesem Tag Geschenke, sondern auch unsere Kinder. Ich kaufe Bücher für meine zwei Söhne. Und da unsere Tochter sehr gerne liest, bekommt sie auch ein Buch zu Sant Jordi! Selbstverständlich ist es wichtig für uns, unsere katalanischen Traditionen hier zu pflegen. Das gibt uns ein gutes Gefühl“, sagt sie.

Maria meint: “Lokale Traditionen nähern uns dem Ort, in dem wir leben. Also feiern wir nicht nur Feste aus unserer Heimat, sondern auch die für uns neuen, die wir hier kennengelernt haben. Unsere Kinder sprechen inzwischen drei Sprachen: Katalanisch, Spanisch und Deutsch. Wir möchten, dass sie neue Erfahrungen bekommen und die neue Kultur erkunden. Wir lieben Österreich, und wenn wir eines Tages das Land verlassen, werden wir auch die österreichischen Traditionen pflegen“.

Text: Vita Vitrenko, Fotos: Montse Mundet, Maria Piedad Guerrero Arjona.

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