Deutsch

Chanukka: Juden zünden Kerzen an, um die Welt zu erleuchten

Fest. Chanukka.

Wann? Es fängt am 25. Kislew nach dem hebräischen Kalender an, was auf die Zeit von Ende November bis Ende Dezember fällt. Im Jahre 2017 beginnt es am 12. Dezember und dauert acht Tage bis zum 20. Dezember, im Jahre 2018 ist am 2-10. Dezember.

Wo? Israel.

Bedeutung und Geschichte. Chanukka ist ein jüdischer Feiertag, der an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem nach dem erfolgreichen Aufstand der Juden gegen makedonische Seleukiden erinnert. Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen, deshalb ist dieses Fest auch als „Lichterfest“ bekannt.

Art der Feier. Dieser wunderschöne Feiertag wird von allen Juden gefeiert, egal, ob sie religiös sind oder nicht, und hat eine Reihe von Ritualen. Jede Nacht während des achttätigen Festes sollen Kerzen öder Ölleuchten auf der Menora brennen. Jeden Abend kommt eine Leuchte dazu. Außerdem gibt es spezielle Ergänzungen zum täglichen Gebet sowie zu Segen nach Mahlzeiten.

Chanukka ist kein Feiertag im Stil von Sabbat: normalerweise arbeiten Erwachsene wie gewohnt, sie dürfen aber früher Feierabend machen, um bei Dunkelheit rechtzeitig Kerzen anzuzünden. Für Schüler sieht es anders aus: ab dem zweiten Tag von Chanukka bleiben die Schulen eine Woche lang geschlossen. An Chanukka-Abenden treffen sich Familien zusammen. Kinder erhalten kleine Geschenke, Bücher, Spielsachen und "Chanukka-Münzen". Es wird erwartet, dass sie das geschenkte Geld teilweise für wohltätige Zwecke spenden.

Familientraditionen. "Chanukka ist bei Kindern sehr beliebt, weil es ein Fest der Wunder ist", erzählt Rosa Reichler, eine 32-Jahrige Malerin. Sie zog von Israel nach Österreich vor einem Jahr. "In vielen Familien gibt es eine Tradition, Kindern diverse Chanukka-Geschichten zu erzählen, und dann Süßigkeiten zu schenken. Kinder bekommen auch Geld aus Schokolade, oder echtes Taschengeld. Während der Chanukka-Tage besuchen Leute Museen, basteln Chanukka-Kerzen, backen süße Krapfen. Freunde und Verwandte kommen zu einander. Es ist wirklich erstaunlich, abends brennende Kerzen in jedem Fenster zu sehen“.

Was isst man zu Chanukka? "Es ist kein Diät-Fest", antwortet Rosa. "Wir essen Gerichte, die in Öl oder mit Öl gekocht werden. Das wichtigste Chanukka-Gericht ist Krapfen mit Marmelade, die in Öl gebacken werden. Ein weiteres traditionelles Essen ist Latkes (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus und Sahne“.

Die Weisen sagen: am Chanukka sollten Juden die Welt erleuchten, um Menschen an das Gute und an das Wunder glauben zu lassen. Für Rosa ist ein Wunder wahr geworden: sie hat in Österreich ihre große Liebe gefunden und wartet schon auf ihr Baby.

Text: Vita Vitrenko, Foto: vacanteisrael.ro

 

 

Inhaltsverzeichnis Kalender