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Rumänien: Orthodoxe Christen vergeben sich gegenseitig vor dem Großen Fasten

Fest. Sonntag der Vergebung, Quinquagesima.

Wann? Im Jahre 2017 am 26. Februar.

Wo? Rumänien und alle anderen christlichen orthodoxen Länder.

Bedeutung. Es ist der letzte Sonntag vor dem Großen Fasten, wenn alle orthodoxen Christen einander um Vergebung bitten. Dieser Tag ist der letzte Tag der Butterwoche, in der man sich vom Winter verabschiedet und den Frühling willkommen heißt. An diesem Tag darf man noch Milchprodukte und Eier essen, aber kein Fleisch mehr. Große Fastenzeit beginnt nach dem Sonntag der Vergebung; es ist die wichtigste Fastenzeit für die orthodoxen Christen. Es dauert 48 Tage bis Ostersonntag, der 2017 auf den 16. April fällt.

Außerdem erinnert sich die Kirche an die Verbannung von Adam und Eva aus dem Paradies.

Art der Feier. Viele orthodoxe Christen beginnen ihren Tag mit den Worten der Vergebung. „Wir sagen: „Ich bitte um deine Vergebung für alles, was ich falsch gemacht habe“ zu unserem Partner/in, unseren Eltern, Kindern, Freunden“, erzählt Anka aus Rumänien. „Menschen telefonieren mit ihren Verwandten, schreiben sogar E-Mails mit solchen Worten. Es ist sehr wichtig, vom ganzen Herzen zu vergeben, zu spüren, dass negative Energie und schlechte Gedanken weggehen. Die traditionelle Antwort lautet: „Gott vergibt, vergebe mir auch“. Es macht uns frei vor Fastenzeit und klärt unsere Seele“, sagt Anka.

87% der Rumänen sind christlich orthodox. Am Sonntag der Vergebung besuchen viele Gläubige den Gottesdienst. Die Priester lehren: „Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben“. (Matth. 6:14-15). An diesem Tag bekommt man vom Priester das Segen für das Fasten. Dieses soll helfen, die nächsten 48 Tage ohne tierische Produkte auszukommen. Die Fastenzeit ist eine ernsthafte Erprobung für die Gläubigen. Nach der christlichen Lehre kann man nur durch das Fasten seine Seele bereinigen und sich für das Heilige Ostern vorbereiten.

Familientraditionen. Leider gibt es keine orthodoxe Kirche in Villach. Doch am letzten Sonntag jedes Monats können die orthodoxen Gläubigen einen serbisch-orthodoxen Gottesdienst besuchen. Anka bemüht sich, diese Gottesdienste nicht zu verpassen. "In Rumänien hätten wir es an diesem Tag sicher zur Kirche geschafft. Hier müssen wir bis zum Ende des Monats warten. Auf jeden Fall beginne ich diesen Sonntag mit den Worten: "Vergebe mir". Und ich bringe meinem Sohn bei, das Gleiche zu tun, weil es wirklich wichtig ist, vergeben zu können. Am Abend haben wir dann zusammen ein festliches Essen". (Recherche, Text Vita Vitrenko)

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