Deutsch

Tag des Meeres: Japaner danken dem Meer für seine Geschenke

Fest. Tag des Meeres (Tag des Ozeans).

Wann? Jährlich am dritten Montag im Juli. Im Jahr 2017 ist das der 17. Juli

Wo? Japan.

Bedeutung und Geschichte. Das ist ein einzigartiges Fest, das nur in Japan gefeiert wird. Wegen der besonderen Lage ist der Ozean sehr wichtig für den Alltag der Inselnation, für das Staatsbudget sowie für die Handelsbeziehungen. Menschen danken dem Meer für seine Geschenke. Des Weiteren feiern die Japaner den Beginn des astronomischen Sommers.

Die Geschichte dieses Festes beginnt im Jahre 1876, als der Kaiser Meiji eine Schiffsreise durch die Region Tohoku machte. Die Reise endete am 20. Juli. Im Jahre 1941 wurde der 20. Juli zur Erinnerung an jene Reise zum Tag des Meeres ausgerufen. Aber erst im Jahre 1995 ist dieser Tag zum nationalen Feiertag geworden.

Art der Feier. Viele Veranstaltungen finden landesweit statt. Museen, Schwimmbäder und Aquarien bieten anläßlich des Festes Rabatte an. Viele Menschen planen ihren Strandurlaub für diese Zeit ein.

Umweltaktivitäten sind sehr wichtig; nur so bleiben die Meere um Japan herum sauber und naturbelassen. Deshalb werfen Menschen Tausende von "Schlammkugeln" ins Wasser. Diese Kugeln werden aus getrocknetem Schlamm mit umweltfreundlichen Chemikalien zusammengeknetet und sollen helfen, gefährliche Stoffe im Wasser zu binden und zu beseitigen.

Familientraditionen. Vor nur zwei Monaten zog Kazuyo zusammen mit ihrer Familie von Tokio nach Villach. Der Grund ist einfach: ihr Mann fand einen neuen Job bei Infineon. "Unsere Familie ist international. Ich bin Japanerin, mein Mann kommt aus Singapur. Wir haben vor 11 Jahren geheiratet und ziehen zwei Kinder auf, Rene (9) und Luke (5). Warum habe ich die Entscheidung getroffen, nach Europa zu ziehen? Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Familie möglichst zusammen bleiben soll. Außerdem möchte ich meinen Kindern neue Erfahrungen sowie die Möglichkeit geben, neue Sprachen und Kulturen zu erlernen. Deshalb sind wir jetzt hier”.

Andere Sprache, anderes Land, andere Traditionen. Was ist am schwierigsten für Kaz in Österreich? “Als Erstes würde ich Essen nennen. Wir können viele für uns übliche Lebensmittel nicht finden, insbesondere was Fisch angeht. Als maritime Nation sind wir es gewohnt, eine große Auswahl an Meeresfrüchten zu haben. Der zweite Punkt ist die Feuchtigkeit. In Österreich ist sie nicht so hoch wie in Japan, meine Haut und Haare sind deshalb immer zu trocken. Am Sonntag sind alle Geschäfte geschlossen, das ist recht ungewöhnlich für uns. Und natürlich ist das Fahren herausfordernd, denn in Japan haben wir ja Rechtsverkehr. Aber ansonsten sind Menschen in Kärnten sehr freundlich und hilfsbereit, wir kommen immer besser zurecht”.

Kaz erzählt, dass ihre Familie keine besonderen Traditionen hat, um den Tag des Meeres zu feiern. Dieses Mal werden sie aber nach Italien reisen, um dort leckere Meeresfrüchte und die "Meeresduft" zu geniessen. Sie vermissen den Ozean.

Inhaltsverzeichnis Kalender