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Bulgarien: Schlachtrekonstruktion zum Befreiungstag

Fest. Befreiungstag.

Wann? Am 3. März.

Wo? Bulgarien.

Bedeutung und Geschichte. Dieser Nationalfeiertag ehrt die bulgarischen Freiwilligen, die Bulgarien zusammen mit den russischen und rumänischen Truppen nach fast 500 Jahren osmanischer Herrschaft befreit haben. Während des russisch-türkischen Krieges 1877-1878 gab es heftige Kämpfe in Bulgarien. Der 3. März ist der Tag, an dem der Friedensvertrag von San Stefano zwischen Russland und dem Osmanischen Reich unterzeichnet wurde. Somit wurde auch Bulgarien frei.

Eine der berühmtesten Schlachten fand am Schipkapass im Balkangebirge statt. Als die bulgarischen Soldaten keine Munition mehr hatten, fingen sie an, den Feind mit Steinen, Holzstücken und sogar Leichen zu bewerfen. Der Mut, mit dem sie gekämpft haben, hat die türkische Armee erschreckt.

Art der Feier. „Dieser Nationalfeiertag ist sehr wichtig für mich und meine Landsleute“, sagt Miglena Grigorova, die nach Villach aus Stara Zagora, Bulgarien, gezogen ist. Sie erzählt, dass die Schlacht am Schipkapass immer wieder rekonstruiert wird. Daran nehmen viele Menschen teil. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig.

„Letztes Jahr wurde in meiner Stadt (bei der Schlacht wurde sie stark zerstört) eine Prozession organisiert, die eine 300 Meter lange Nationalflagge trug. Die Prozession ging durch die Stadt, dann legten Menschen Blumen vor dem berühmten Denkmal - der Samara-Fahne“.

Am Ende des Tages beginnen schöne Feuerwerke, das größte wird vor dem Gebäude des Parlaments in Sofia veranstaltet. Alle Bulgaren warten geduldig darauf.

Verschiedene Zeremonien, Konzerte, Sportveranstaltungen finden in allen Städten im ganzen Land statt.

Familientraditionen. Miglena Grigorova ist neu in Villach. Sie hat über elf Jahre Berufserfahrung als Schweißfachingenieurin und liebt ihre Arbeit. Nach Österreich kam sie vor eineinhalb Monaten. „Ich habe ein gutes Job-Angebot bekommen und entschieden, dass die neue Stelle sehr gut für meine berufliche und persönliche Weiterentwicklung ist“, erklärt sie. „Meine Familie bleibt zunächst in Bulgarien. Ich habe zwei Söhne, 4 und 8 Jahre alt. Sie ziehen etwas später nach“.

Nationale Traditionen sind sehr wichtig für Miglena. Dieses Jahr wird sie anlässlich des bulgarischen Befreiungstages einige Nationalgerichte kochen und ihre Kollegen zum Feiern einladen.

Text: Vita Vitrenko, Fotos sind zur Verfügung gestellt von Miglena Grigorova.

 

 

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