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Israel: zu Purim sollte jeder Jude Spaß haben und „Hamans Ohren“ essen

Feiertag. Purim.

Wann? Jährlich am 14. Tag des hebräischen Monats Adar (nach dem hebräischen Kalender). Im Jahr 2017 ist das der 12. März.

Wo? Israel.

Bedeutung. Dieses jüdische Fest erinnert an die Errettung des jüdischen Volkes im alten Perserreich. Nach dem Buch Esther plante Haman, der Wesir des Königs Ahasveros, alle Juden im Reich zu ermorden. Aber der weise Mordecai und seine Adoptivtochter Ester ruinierten seine Pläne und retteten die Juden; Ester wurde später Königin von Persien.

Art der Feier. Purim hat mittlerweile eher einen gesellschaftlichen als religiösen Charakter.

Vor Purim, am 13. Adar, müssen alle Juden ein "Esther-Fasten" halten. Dann sollten sie an der Vorlesung des Buches Ester zweimal teilnehmen, am Abend sowie am Morgen danach.

Eine weitere wichtige Tradition ist "Mischloach Manot", essbare Geschenke. Jeder sollte mindestens zwei solche Geschenke verschicken. Des Weiteren schreibt das Buch Ester vor, Geschenke an Arme zu verteilen (“Matanot Laewjonim“). Generell wird die Wohltätigkeit großgeschrieben: je mehr Geschenke ein Jude verteilt, desto besser.

Der Tag der Errettung der Juden ist ein Tag zum Feiern und Freuen. Man trägt deshalb Masken und lustige Kostüme, es werden gerne auch fröhliche Karnevalumzüge organisiert.

Purim ist auch ein Tag, den Juden mit Essen und Trinken feiern. Der Tisch sollte reichhaltig sein, mit viel Wein. Jüdische Gelehrten sagten: „Jeder soll so viel Wein trinken, dass er nicht mehr unterscheiden kann zwischen “Verflucht sei Haman“ und „Gelobt sei Mordechai“.

Familientraditionen. Irina Tsantekidu zog mit ihrer Familie nach Österreich aus Israel vor sechs Monaten. "Wir ehren jüdische Traditionen und bemühen uns, ihnen zu folgen", sagt sie. "An Purim lesen mein Mann und ich spezielle Gebete und bereiten eine köstliche Mahlzeit vor. Meine Kinder, Alexander (15) und Anna (12), verkleiden sich und wir veranstalten zu Hause einen kleinen Karneval. In Israel kann man Karnevalumzüge in vielen Städten sehen, es ist sehr lustig. Wir verschicken Geschenke an unsere Freunde und beschenken auch arme Menschen. Dieses Jahr bin ich mir allerdings nicht sicher, dass wir das alles schaffen. Wir sind neu hier und sind erstmal dabei, neue Freunde zu finden".

“Traditionell isst man an Purim "Hamans Ohren" oder "Hamans Taschen", erklärt Irina. Das ist dreieckiges süßes Gebäck, gefüllt mit Mohn. Warum Mohn? Laut Talmud aß Königin Ester im Palast von Ahasveros nur Samen, Nüsse und Mohn, da sie sonst kein koscheres Essen hatte. "Vor der Mahlzeit zünden wir Kerzen an", erzählt Irina weiter. "An diesem Feiertag sollte jeder Jude Spaß haben, denn vor 2500 Jahren haben wir unser Volk verteidigen können".

FOTOS

Alexander und Anna, Irina’s Kinder, feiern das Purimfest in ihrer Schule in Israel.

Das traditionelle Essen an Purim ist "Hamans Ohren".

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