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Die österreichischen Traditionen zu Pfingsten

Feiertag. Pfingsten (Sonntag und Montag)

Wann? Der fünfzigste Tag nach Ostern ist heuer der 4. Juni (Pfingstsonntag) und nächstes Jahr (2018) der 20. Mai.

Wo? Österreich. Teile Europas

Bedeutung. Pfingsten ist ein wichtiges christliches Fest. Die Gläubigen feiern die Entsendung des Heiligen Geistes. Das Neue Testament erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren: “Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab“ (Apostelgeschichte, Kapitel 2). Die Jünger, die in anderen Sprachen sprechen und fremde Sprachen verstehen, sind ein Bild der missionarischen Kirche, in der alle Menschen unabhängig von ihre Nationalität verbunden sind. Zugleich wird mit Pfingsten der Abschluss der Osterzeit gefeiert.

Die Bezeichnung stammt vom römischen Wort „pentecostes“ ab, was „der 50. Tag“ bedeutet.

Heute ist der Pfingstmontag ein gesetzlicher Feiertag in vielen Ländern (Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Ungarn).

Art der Feier. Pfingsten war ursprünglich ein Erntefest des Alten Bundes, ein Dankfest für die gute Ernte, die zwischen Ostern und Pfingsten eingebracht wurde. Alte Traditionen sind mit der neuen religiösen Bedeutung zusammengeführt. Menschen schmücken Kirche und Häuser mit Blumen und grünen Zweigen, tragen neue schöne Kleidung. Nach dem Gottesdienst essen sie das leckere Pfingstbrot, machen Picknick, singen Volkslieder.

Früher gab es zu Pfingsten ähnliche Spiele und Sitten wie am 1. Mai. Reiterspiele, Wettritte, Ringstechen, Mannstechen waren typisch für dieses Fest. In Europa gab es die Tradition, sich als grüner Junge oder als Laubmännchen zu verkleiden. Man hat Kinder oder junge Leute ganz mit Blumen bekränzt oder mit grünen Girlanden umwickelt. Danach war ein feierlicher Pfingstumzug mit Musik, Freibier und köstlichen Gerichten. Diese Rituale sind in einigen Dörfern bis heute erhalten. Hier haben sich heidnische und christliche Traditionen vermischt.

Familientraditionen. Eva Staudinger lebt in Maria Rain und arbeitet im Waldorf Kindergarten in Villach. „Es ist sehr wichtig, unseren Kindern unsere Traditionen zu vermitteln“, sagt die Kindergärtnerin.

Im Waldorf Kindergarten lernen die Kinder österreichische Traditionen kennen. ”Zu Pfingsten backen wir mit Kindern das Pfingstbrot, machen eine große Blume zusammen“, erzählt Eva. „Dann machen wir eine Taube aus Papier. Die Taube ist ein Symbol des Heiligen Geist. Wir dekorieren den Tisch schön mit roten Servietten, schmücken ihn mit Birkengrün und Pfingstrosen. Auf einen Kranz aus Birkengrün hängen wir die Täubchen und stellen für jedes Kind eine Kerze darunter. Dann erzählen wir ein passendes Märchen“.

Einmal im Jahr lädt Eva alle Kinder mit ihren Familien nach Hause ein und organisiert ein Fest im Garten. Mädchen und Buben spielen dort Spiele und singen Lieder. „Leider sind heute einige alte Sitten verschwunden. Vielleicht entdecken sie die Kinder morgen wieder“, meint sie.

FOTO:

Eva Staudinger erzählt über österreichische Traditionen zu Pfingsten.

Spiele im Waldorf Kindergarten Villach.

Text und Fotos: Vita Vitrenko

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