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Ramadan: der Monat, der dem Gott gehört.

Wann? Im Jahr 2017 beginnt der Ramadan am 27. Mai mit dem Sonnenuntergang und dauert bis zum 25. Juni.

Wo? Türkei und andere muslimische Länder.

Bedeutung. Der Ramadan ist der neunte Monat des muslimischen Mondkalenders. Er ist der wichtigste, am sehnlichsten erwartete und der mit den meisten Feierlichkeiten verbundene Monat des Jahres, der heilige Monat des Islam: es wird angenommen, dass der Gott am Ramadan dem Propheten Mohammed die erste Offenbarung des Korans sandte. Der Ramadan ist auch die Zeit, in der Muslime fasten.

Art der Feier. Beim Fasten darf man vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen. „Der Mund darf gar nicht auf sein“, sagt Suna Yilmaz, eine Türkin, die seit fünfundzwanzig Jahren in Österreich lebt. Ausnahmen gibt es nur für Ältere oder Menschen mit chronischen Krankheiten, sie müssen aber für jeden Tag ohne Fasten armen oder notleidenden Menschen helfen.

In der Nacht werden die Verbote aufgehoben. Die Fastenpflicht lehrt, Gottes Gaben (Essen und Trinken) zu schätzen: die Gläubigen sollen erfahren, was das Hungern bedeutet. Das soll sie dazu bringen, den Armen noch mehr zu unterstützen.

Das Beten ist sehr wichtig. Nur während des Ramadan dürfen Muslime außer den üblichen fünf Pflichtgebeten am Tag auch in der Nacht beten. Ebenfalls wichtig ist der Umgang miteinander: Menschen sollen besonders darauf achten, dass ihr Verhalten und ihre Sprache höflich sind. Barmherzigkeit wird groß geschrieben: jeder soll bedürftigen Menschen helfen, wie er kann.

Während des Ramadan werden Städte mit Fahnen, Laternen, leuchtenden Girlanden usw. geschmückt.

Familientraditionen. Suna (43) ist mit ihrem ersten Sohn 1990 nach Villach gezogen; ihr Mann kam ein Jahr früher. In Österreich hat Suna noch zwei Kinder zur Welt gebracht. Ihr Mann arbeitet als Taxifahrer; Suna möchte ebenfalls Taxifahrerin werden und macht in September die entsprechende Ausbildung.

„Wir leben in Österreich wie in der Türkei“, erzählt die Frau. „Ramadan ist sehr wichtig für mich. Ich verstehe nicht, wie man ohne Gott in der Seele leben kann. Dieser Monat gehört dem Gott und wir fasten für den Gott. Ramadan dauert 30 Tage und wird mit dem zweitwichtigsten muslimischen Feiertag beendet - Eid al-Fitr. Menschen besuchen ihre Eltern, treffen sich zum festlichen Essen, beschenken einander. Und danken dem Gott für alles, was Er für sie getan hat“.

Text und Fotos: Vita Vitrenko

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