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Polnischer Unabhängigkeitstag

Wann? Am 11. November.

Wo? Polen.

Bedeutung und Geschichte. Dieses Fest erinnert an die Wiedererlangung der Unabhängigkeit von Polen, als die 2. Polnische Republik im Jahre 1918 gegründet wurde. Vor diesem Ereignis war Polen 123 Jahre lang zwischen dem Russischen Reich, dem Königreich Preußen und dem Habsburgerreich geteilt.

1937 fanden die Feierlichkeiten zum ersten Mal statt. Vor dem 2. Weltkrieg wurde der Unabhängigkeitstag nur zweimal gefeiert. Während der "kommunistischen Periode" wurde dieses Fest aus dem Kalender entfernt. Der neue Nationalfeiertag sollte am 22. Juli, am Jahrestag des Manifestes des kommunistischen Lubliner Komitees, gefeiert werden. Erst 1989, als Polen sich vom sowjetischen Kommunismus befreite, wurde der alte Unabhängigkeitstag wieder gefeiert.

Art der Feier. Der 11. November ist ein arbeitsfreier Tag und eines der größten Feste in Polen. Dominik Ciemierz, 37, ein Gärtner, lebt seit 10 Jahren im Ausland; dieser Tag ist trotzdem sehr wichtig für ihn.

„Ich komme aus Krakau. Es ist eine sehr alte und schöne Stadt, wo polnische Könige in der Burg Wawel wohnten“, sagt er. „Die Polen sind große Patrioten. Dieses Jahr feiern wir am 11. November den 98. Jahrestag der Wiedererlangung der Unabhängigkeit. Paraden und feierliche Veranstaltungen finden in allen Städten statt, einschließlich des Pilsudski-Platzes in Warschau, der Hauptstadt unseres Landes.

In meiner Heimatstadt gibt es eine Tradition, Flaggen und nationale Symbole an die Häuser anzuhängen. Alle Städte sind an diesem Tag mit polnischen Fahnen geschmückt! Ich besuchte mehrere Male die Parade in Krakau. In der Regel beginnt das Fest mit einer großen Messe in der Kirche. Dann findet eine Militärparade statt, sie erinnert an die gefallenen polnischen Soldaten, die für die Unabhängigkeit kämpften. Menschen legen Blumen und Kränze zu den Denkmälern“.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages ist der Unabhängigkeitslauf. Dominik erzählt, dass er eine enge Verbindung zu diesem Rennen hat, weil sein Bruder jedes Jahr an der Parade in Krakau teilnimmt. „Mein Bruder ist ein „Ulan“ (Kavalerist), das ist sein Hobby. Am Nationalfeiertag reitet er Pferde, man kann ihn auf vielen Fotos sehen. Und ich bin sehr stolz auf das Land, in dem ich geboren wurde, obwohl ich zehn Jahre im Ausland lebe“.

Auch im Ausland feiert Dominik den polnischen Unabhängigkeitstag. Jedes Jahr zündet er eine Kerze an, um die Leute zu ehren, die für die Souveränität Polens kämpften.

Text: Vita Vitrenko, Fotos: Natalya Usik (1), Dominik Ciemierz (2-5).

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