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Der lange Weg zum Kärntner Badmintonmeister Titel

Für Vincent Chi Zhang aus Peking ist Österreich wie die zweite Heimat. Seit zwölf Jahren lebt er in Kärnten mit seiner Frau und vier Kindern. Die letzten drei davon trägt er den Titel des Kärntner Badmintonmeisters in der Klasse Männerdoppel/Senior!

 

Bis zum Alter von dreißig Jahren war das Leben von Vincent wie eine Reise: er zog von China nach Japan, von Japan nach Deutschland, wo er sein Masterstudium an der Universität Ulm absolvierte, dann von Deutschland nach Österreich. Seine Freundin aus Peking begleitete ihn dabei: sie sind seit 22 Jahren zusammen. Erst hier, in Villach, entschied sich Vincent zu bleiben. Malerische Natur, freundliche Menschen und ein interessanter Job bei der Kärntner Fachhochschule und dann bei Infineon machen ihn glücklich. Und auch Badminton.

Vincent spielte Badminton zum Spaß vor langer Zeit in Peking. Im Jahr 2009 in Kärnten erinnerte er sich an sein Hobby. Sein 6-jähriger Sohn besuchte ein Judo-Studio, im selben Gebäude konne man auch Badminton spielen. Beim Warten auf seinen Sohn wollte Vincent keine Zeit verlieren, und so begann er zu trainieren. Ein halbes Jahr später fing der Sohn von Vincent ebenfalls mit Badminton an und trainierte zusammen mit seinem Vater. Sie traten dem Verein „ASKÖ Landskron Badminton“ bei, wo sein Sohn das einzige Kind war, etwas später auch dem SV ASKÖ-Villach. "Manche Leute sagen mir, dass mein Sohn talentiert ist. Leider bin ich das nicht", lächelt Vincent.

Das ist nicht ganz ernst gemeint. Im Jahr 2015 gewann Vincent zum ersten Mal den Titel des Kärntner Badmintonmeisters im Doppel/Senior. 2016 und 2017 wiederholte er diesen Erfolg. Er trainiert intensiv, 4-5 Stunden pro Woche, um sein Spiel zu verbessern. Außerdem hat er angefangen, Kinder im Verein ASKÖ Kelag Kärnten Badminton zu trainieren, was er zweimal pro Woche als Freiwilliger macht. "Ich mag Badminton. Es ist ein intelligentes und gesundes Spiel. Ich möchte, dass meine Schüler mit meinen Unterrichten Spaß haben. Ich träume auch davon, mein Single zu verbessern und mit meinem Sohn zu spielen. Heute bin ich sehr stolz, dass er im österreichischen Nationalteam spielt", sagt Vincent.

Vincent spielt nicht nur Badminton, sondern geht auch regelmäßig schwimmen. Drei seiner vier Kinder besuchen Musikschule, spielen ebenfalls Badminton, Golf und gehen schwimmen. "Ich bin Mitglied von sieben verschiedenen Vereinen. Das macht es für mich leichter, in die österreichische Gesellschaft tiefer und tiefer zu integrieren. Dabei vergesse ich unsere nationale Kultur nicht. Unsere Kinder besuchen wochenends eine Chinesische Schule, wir fliegen jedes Jahr nach China. In meiner Familie versuche ich es, eine Brücke zwischen Österreich und China zu bauen, um beide Kulturen miteinander zu verbinden", erklärt Vincent. Er ist damit sehr erfolgreich.