Deutsch

Haybat Itani

Infineon Technologies Austria AG, Villach
& Freiwillige Helferin

Als im Sommer 2015 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Nachbarland meiner ersten Heimat, Libanon, in größerer Zahl in Österreich um Asyl ansuchten, wusste ich, dass ich mich einbringen musste. Ich selbst war vor etlichen Jahren für ein Doktorstudium der Materialwissenschaften aus dem Libanon nach Deutschland gekommen. Nach einer Postdoc Stelle an der Universität Linz fing ich 2011 bei der Infineon Technologies in Villach zu arbeiten an. Ich spreche mittlerweile sehr gut Deutsch, bin mit einem Österreicher verheiratet und seit kurzem sind wir eine kleine Familie. Österreich ist mir zur zweiten Heimat geworden.

Nun wollte ich meine Erfahrungen weitergeben an Syrerinnen und Syrer, die einen Aufenthaltstitel zuerkannt bekommen hatten, und diese beim Aufbau eines neuen Lebens in Österreich begleiten. Zu diesem Zweck mietete ich ein halbes Jahr lang ein Büro in der Stadt an. Ich half etwa beim Verstehen und Ausfüllen von Formularen. Ich klärte über die Rechte und Pflichten aus einem Mietvertrag auf oder erläuterte, was es mit einer Kaution oder Provision auf sich hat. Bei Familien mit schulpflichtigen Kindern wurde ich in Schulen vorstellig. Ich begleitete Frauen zum Arzt, um einige Beispiele zu geben.

Ich sehe mich als eine Art Mittler zwischen den Kulturen. Das ist eine wichtige Aufgabe, denn sie hilft Missverständnisse zu vermeiden und Vorurteile abzubauen. Positiv für mich ist, dass ich jetzt eine arabische Community in Villach habe, mit deren Hilfe ich meine Muttersprache lebendig halten kann. Meine Hoffnung ist, dass mein Sohn neben Deutsch und Englisch eines Tages auch Arabisch sprechen lernt. Ein Büro brauche ich nicht mehr. Ich habe ein Netzwerk und die Leute wissen wie sie mich erreichen können wenn sie Hilfe brauchen.

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