Malta Hochalmstraße und Kölnbreinsperre

Dr. Birgit Stegbauer

Gemessen an der Besucherzahl, ist dies eines der Top-Ausflugsziele in Kärnten. Der Vorteil der Nachsaison liegt da klar auf der Hand: Man teilt die Straße mit weniger anderen Auto- und Motorradfahrern. Was erwartet einen im Maltatal? Ein von Bächen und Wasserfällen gesäumtes Tal, eine Straße mit vielen engen Kehren und Naturtunneln und schließlich der Kölbrein Stausee mit der höchsten Staumauer Österreichs. Bis einschließlich 26. Oktober kann die Malta Hochalmstraße noch befahren werden.

'Tal der stürzenden Wasser' - diesen Beinamen gab der Schriftsteller Dr. Gustav Renker dem Maltatal im Jahr 1930 und mit diesem Slogan wird das Maltatal heute intensiv beworben. Noch vor Beginn der Mautstrasse passiert man Kärntens höchsten frei fallenden Wasserfall, den 200 m herabstürzenden Fallbach, mit einem vorgelagerten Wasserspielplatz (kostenpflichtig) und Klettersteig.

Ebenso reizvoll - und in die Maut für die Malta Hochalmstraße inkludiert - sind die Malteiner Wasserspiele, die kurz nach der Mautstelle ausgeschildert sind. Die kürzere der beiden Wanderungen dauert kaum mehr als eine halbe Stunde und man erlebt mehrere landschaftlich beeindruckende Wasserstellen, die Faller Tümpfe, die Hochstegklamm und den Melnikfall.

Die Hochalmstraße quert diverse Bachläufe und man sieht so manchen weiteren Wasserfall. Die Straße ist dem Berg teilweise spektakulär abgerungen und in diesen hineingetrieben. Man fährt durch unbeleuchtete Tunnel, die teilweise mehrere hundert Meter durch den harten Granitgneis gehauen wurden. Wo diese nur einspurig befahrbar sind, wird der Verkehr mit Ampeln geregelt. Vor allem der kurven- und steigungsreiche, mittlere Abschnitt der Straße ist für jeden Fahrer ein Erlebnis.

Gebaut in den Jahren 1971-74, war die Malta Hochalmstraße zunächst die Voraussetzung für den Bau des Wasserkraftwerks Malta-Oberstufe. Teil dieser Kraftwerk-Stufe ist die auf 1.902 m Höhe gelegene Kölbreinsperre mit dem Kölbrein Speichersee, auf die sich ein großartiger Ausblick eröffnet, sobald man aus dem Mitterkar-Tunnel ausgefahren ist. Mit einer Mauerhöhe von 200 m ist die Kölbreinsperre Österreichs höchste Staumauer, der Blick vom Skywalk in die Tiefe ist ein echter Magenkitzler.

Die Sperre selbst ist ein Meisterwerk der Ingenieursbaukunst, eine sich selbst verspannende Gewölbemauer, bestehend aus 30 Sperrenelementen, die elastisch auf den unterschiedlichen Wasserdruck reagieren. Denn der Kölbrein-Stausee hat unterschiedliche Wasserstände. Er wird in den Sommermonaten aufgefüllt, um den erhöhten Strombedarf der Wintermonate abzudecken. Das Stauziel dieses Jahresspeichers liegt bei unvorstellbaren 200 Mio. m/3 Wasser, das entspricht 1,4 Mrd. Badewannen voll Wasser. Hingegen sei von einem Bad im Wasser des 4,5 km langen und bis 800 m breiten Stausees dringend abgeraten: Seine Temperatur beträgt lediglich 3 Grad Celsius!

Man kann die 600 m lange Staumauer begehen und dieses Wunder der Technik bestaunen. Mehr Einblicke bietet eine Staumauerführung, in deren Verlauf man auch durch die oberste der fünf Horizontalstufen geht und in zwei kurzen Filmbeiträgen (englische und italienische Untertitel) wissenswertes zur Kölbreinsperre und zur Wasserkraft erfährt. Das markante, runde Berghotel Malta war ursprünglich ein reiner Zweckbau für die Bauleitung und die Labore des Kraftwerks. Es wurde vor nicht allzulanger Zeit zu einem schicken (und teuren) Hotel-Restaurant umgestaltet, das mit einem großzügigen Terrassenbereich aufwartet. Von der Kölbreinsperre aus lassen sich auch verschiedene Bergwanderungen angehen.

Praktisches:

Verbund Tourismus GmbH Brandstatt 35 9854 Malta

Tel: 0 47 33- 296

www.verbund.com/tourismus www.berghotel .malta.at

Malta Hochalmstraße geöffnet 01.05. bis 26.10.2011

Maut für Pkw: 17 EUR, Gratis mit Kärnten Card Staumauerführung: Erwachsene 6 EUR, Kinder (6-15 Jahre) 3 EUR

Immer zur vollen Stunde, Dauer circa 1 Stunde, warme Kleidung empfehlenswert (Temp. in der Sperre nur 7 Grad Celsius).