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Pensionsversicherung

PENSIONSVORSORGE

Aufgabe der Pensionsversicherung ist die finanzielle Absicherung des Versicherten und dessen Angehörigen durch Pensionsleistungen im Alter oder nach krankheitsbedingtem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.

Die Pensionsleistung soll annähernd das durch die Pensionierung wegfallende Erwerbseinkommen ersetzen und somit den Lebensunterhalt des Pensionisten/der Pensionistin sicherstellen. Die österreichische Pensionsversicherung zahlt derzeit rund 26 Milliarden Euro im Jahr für mehr als 2,1 Millionen Pensionen aus.

Die Finanzierung der Pensionsleistungen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung erfolgt in Form des Umlageverfahrens, auch Generationenvertrag genannt. Dies bedeutet, dass die ausgezahlten Pensionen großteils durch die Beitragszahlungen der Erwerbstätigen finanziert werden. Die Finanzierung über Beiträge deckt derzeit rund 80 Prozent der Pensionsleistungen ab, der Rest wird über den Bundesbeitrag aus allgemeinen Steuergeldern aufgebracht.
Weitere Aufgaben der Pensionsversicherung sind Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation.

Die Pensionsversicherungsträger führen zum Zweck der Prävention und Wiederherstellung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit eigene Gesundheitseinrichtungen.

Altersteilzeit

Die Altersteilzeit gibt älteren ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. So wird ein besserer Übergang in die Pension geschaffen. Die ArbeitnehmerInnen verlieren dabei weder Pensionsbezüge oder Arbeitslosenansprüche noch Ansprüche von der Krankenkasse.

Die ArbeitnehmerInnen können ihre Arbeitszeit um 40 bis 60% verringern und erhalten mit einem Zuschuss des Arbeitsmarktservice (AMS) zwischen 70 und 80% des bisherigen Einkommens. Die Sozialversicherungs-Anteile für Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung werden in der bisherigen Höhe (max. bis zur geltenden Höchstbeitragsgrundlage) vom Arbeitgeber weiterbezahlt.


Altersgrenze

Bis Ende 2010 beträgt das Zugangsalter für Frauen 53 Jahre, für Männer 58 Jahre. Ab 2011 wird es jährlich um ein halbes Jahr angehoben. Ab 2013 kann die Altersteilzeit frühestens fünf Jahre vor dem regulären Pensionsantritt in Anspruch genommen werden, also von Frauen mit 55 und von Männern mit 60.

Voraussetzungen für Altersteilzeit

In den letzten 25 Jahren muss der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin mindestens 15 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Diese Voraussetzung muss zu Beginn der Vereinbarung erfüllt sein.

Das bisherige Beschäftigungsausmaß im letzten Jahr vor Beginn der Altersteilzeit darf höchstens 40% unter der gesetzlichen bzw. kollektivvertraglichen Arbeitszeit liegen. Bei einer 40 Stunden-Woche sind das 24 Stunden, bei 38,5 Stunden sind das 23,1 Stunden pro Woche.  

Pensionen im Überblick

Eigenpensionen

  • Alterspension
  • Korridorpension
  • Pensionskorridor: Zeitraum zwischen dem 62. und 68. Lebensjahr, während dem man mit Abschlägen (bis zum 65. Lebensjahr) oder Zuschlägen (ab 65. Lebensjahr) eine Pension in Anspruch nehmen kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind
  • Schwerarbeitspension (seit 01.01.2007)
  • vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer - Übergangsbestimmung
  • krankheitsbedingte Pensionen
  • Berufsunfähigkeitspension (Angestellte)
  • Invaliditätspension (Arbeiter) bzw.
  • Erwerbsunfähigkeitspension (Gewerbetreibende und Bauern)

Hinterbliebenenpensionen

  • Witwen(Witwer)pension
  • Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen
  • Waisenpension

Anspruch auf eine Pension besteht bei Eintritt des Versicherungsfalles.
Es gibt folgende Versicherungsfälle:


  • Arbeitsunfähigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit, Alter und Tod
und
  • Erfüllung einer Mindestversicherungszeit
und
  • Erfüllung weiterer Anspruchsvoraussetzungen
soweit sie für die einzelnen Pensionsleistungen vorgesehen sind.



Eintritt des Versicherungsfalles

  • Männer: Vollendung des 65. Lebensjahres
  • Frauen: Vollendung des 60. Lebensjahres

Das derzeitige Antrittsalter der Frauen für die Gewährung einer Alterspension - 60. Lebensjahr - wird beginnend mit 01.01.2024 (bis zum Jahr 2033: Anhebung um 6 Monate pro Jahr) an jenes der Männer - 65. Lebensjahr - herangeführt. Das bedeutet, dass Frauen mit einem Geburtsdatum ab 02.12.1963 bereits ein erhöhtes Antrittsalter für die Alterspension haben.Für die ab 02.06.1968 geborenen Versicherten gilt als Anfallsalter generell die Vollendung des 65. Lebensjahres

Ein Antrag auf Pension sollte beim leistungszuständigen Pensionsversicherungsträger mit dem jeweils dafür vorgesehenen Formular eingebracht werden.

Pensionshöhe

für Geburtsjahrgänge vor 1955

Die Höhe der Pension ist von der (Gesamt)Bemessungsgrundlage, der Anzahl der erworbenen Versicherungsmonate (Steigerungsbetrag) und dem Alter zum Pensionsbeginn abhängig

für Geburtsjahrgänge ab 1955:

 

Die Höhe der Pension hängt von den Beitragsgrundlagen, dem Kontoprozentsatz und dem Alter bei Pensionsbeginn ab

Witwen-/Witwerpension/Pension

für hinterbliebene eingetragene Partner/innen beträgt diese zwischen 0 und 60 Prozent jener Pension, auf die der/die Verstorbene Anspruch gehabt hat oder hätte

Waisenpension

wird immer von einer 60-prozentigen Witwen-/Witwerpension abgeleitet und beträgt von dieser für jedes einfach verwaiste Kind 40 Prozent und jedes doppelt verwaiste Kind 60 Prozent

Pensionskonto

Auf dem Pensionskonto werden die Beitragsgrundlagen für alle Versicherungszeiten erfasst, die der/die Kontoinhaber/in in seinem/ihrem Erwerbsleben erwirbt. Die auf dem Pensionskonto für ein Kalenderjahr festgesetzten Beitragsgrundlagen werden zusammengezählt. 1,78 Prozent (gesetzlich festgelegter Kontoprozentsatz) dieser Beitragsgrundlagensumme werden dem Pensionskonto gutgeschrieben (= Teilgutschrift). 

Die Summe der Teilgutschriften früherer Kalenderjahre wird aufgewertet und mit der Teilgutschrift des jeweils letzten Kalenderjahres zusammengezählt. Das Ergebnis ist die Gesamtgutschrift. Die Gesamtgutschrift ist die jährliche Bruttopension inklusive Sonderzahlungen, abzüglich etwaiger Abschläge für einen Pensionsantritt vor dem Regelpensionsalter. Die Gesamtgutschrift, geteilt durch 14, ergibt die monatliche Bruttoleistung zum Regelpensionsalter.

Pensionsvorausberechnung

Versicherte pensionsnaher Jahrgänge können beim zuständigen Pensionsversicherungsträger einen Antrag auf Berechnung der zu erwartenden Pensionshöhe stellen.

Unabhängig vom Lebensalter können als Entscheidungshilfe auch Rentabilitätsberechnungen über einen möglichen Nachkauf von Schul-, Studien- und Ausbildungszeiten oder die Rückzahlung eines Ausstattungsbeitrages beantragt werden.

Zwischenstaatliche Pensionsversicherung

Mit der Intensivierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen hat die Zahl der Personen zugenommen, die sowohl in Österreich als auch im Ausland Versicherungszeiten erworben haben. Für einen EU-Mitgliedsstaat, EWR-Staat, die Schweiz oder Vertragsstaat, gelten besondere Bestimmungen. Versicherungszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit in einem Land, mit dem kein Abkommen besteht, werden bei der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und der Feststellung des Leistungsausmaßes nicht berücksichtigt.

Pensionsantrag

Der Pensionsantrag ist im Wohnortstaat der Versicherten/des Versicherten an den jeweiligen Pensionsversicherungsträger zu stellen. Er wird dann an alle beteiligten Pensionsversicherungsträger weitergeleitet.

Die erworbenen Pensionszeiten sind von allen Staaten für die Prüfung der Frage, ob die jeweils national für einen Pensionsanspruch vorgesehene Wartezeit erfüllt ist, zusammenzurechnen.

Leistungen sind von allen Staaten zu erbringen, in denen Versicherungszeiten zurückgelegt wurden, wenn unter Zusammenrechnung der Zeiten ein Leistungsanspruch besteht.

Ausnahme: Wenn in einem der Staaten eine Pensionszeit von weniger als zwölf Monaten erworben wurde, hat der für die Berechnung und Auszahlung der Pension zuständige Versicherungsträger des jeweils anderen Staates diese Zeit zu übernehmen.

Berechnung der Pension

Zwei Arten der Berechnung sind möglich:

Wenn die Pensionsvoraussetzungen nur dann erfüllt werden, wenn die Versicherungszeiten, die in Österreich und in anderen Vertragsstaaten erworben wurden, zusammengerechnet werden, gilt folgende Regel:
Nach dem EU-Recht werden alle Pensionszeiten so berücksichtigt, als wären sie in Österreich erworben worden und es wird zunächst ein sogenannter "theoretischer Betrag" berechnet. Als österreichische Pension wird dann jener Teil gewährt, der dem Verhältnis der österreichischen Versicherungszeiten zur Summe der in allen Vertragsstaaten zurückgelegten Zeiten entspricht. Dieser wird von dem österreichischen Pensionsversicherungsträger ausbezahlt. Der ausländische Pensionsversicherungsträger geht analog vor.

Wenn die in Österreich erworbenen Versicherungszeiten für den Pensionsanspruch ausreichen, wird die Pension aufgrund des EU-Rechts nach der oben genannten Methode errechnet und mit der allein aufgrund der in Österreich erworbenen Versicherungszeiten gebührenden (innerstaatlichen) Pension verglichen. Die höhere Pension gelangt dann zur Auszahlung.

Nach den von Österreich geschlossenen Abkommen gebührt immer der nur unter Heranziehung der österreichischen Versicherungszeiten direkt berechnete Betrag.

Kehrt man nach der Erwerbstätigkeit nach Österreich zurück, wird die im Ausland erworbene Pension separat zu der im Inland erworbenen Pension ausbezahlt.

TIPP

Informationen zur zwischenstaatlichen Pensionsversicherung erhalten Sie u.a. auf dem Portal der österreichischen Sozialversicherungsträger

http://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/esvportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=735&p_tabid=4

Weitere Informationen zu den Themen Kranken- und Unfallversicherung sowie Pensionsversicherung finden Sie unter anderem hier:

http://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/esvportal/start/startWindow?action=2&p_menuid=2&p_tabid=1

http://www.pensionsversicherung.at/portal27/portal/pvaportal/channel_content/cmsWindow?p_tabid=5&p_menuid=8392&action=2

http://www.arbeiterkammer.at

http://www.help.gv.at/Content.Node/index_buerger.html

Zum Thema Altersteilzeit

http://www.ams.at/sfu/14089_21737.html