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Schloss Rosegg

Birgit Stegbauer

 

Rosegg ist ein beliebtes Familien-Ausflugsziel nahe Velden: Sind die Kinder klein, beschränkt man sich auf den kleinen Zoo und den Spielplatz. Sind die Kinder etwas größer, dreht man die Runde im Wildpark und staunt über die Steinböcke, denen man auf dem Weg zur Burgruine begegnet. Im Spätsommer ist das Mais-Labyrinth eine weitere Attraktion. Nicht zu vergessen ist Schloss Rosegg selbst mit seinen Wachsfiguren, die die Geschichte des Schlosses und seiner Besitzer erzählen. Es ist dies eines der wenigen öffentlich zugänglichen Schlösser des 18. Jahrhunderts in Kärnten und seine Innenräume sind im schönsten Rokoko dekoriert.

 

Barocke Baukunst als Herrschaftsarchitektur, die den gesellschaftlichen Rang des Bauherrn zum Ausdruck brachte, findet man in Kärnten eher selten. Zwar gab es nominell einen Herzog von Kärnten, doch das war nur einer von vielen Titeln der Habsburger Herrscher, die bekanntlich in Wien residierten. Kärnten lag zu abseits des Kaiserhofes und war wirtschaftlich zu unbedeutend, um in der Architekturgeschichte des 17. und 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle zu spielen.

 

Schloss Rosegg ist so etwas wie die Ausnahme zu dieser Regel und einer der wenigen herausragenden Schlossneubauten jener Epoche in Kärnten. Bauherr Franz Xaver Wolf Graf von Orsini-Rosenberg (1723-1796) stammte aus einer der einflußreichsten Kärntner Adelsfamilien und bekleidete wichtige politische Ämter im Habsburgerreich unter Maria-Theresia und Joseph II. Dafür wurde er 1790 sogar in den Reichsfürstenstand erhoben. Hier, im Rosental, ließ er sich eine Sommerresidenz errichten, die nach seiner italienischen Geliebten Madame Lucrezia auch Villa Lucrezia genannt wird.

 

Und wirklich entspricht die Anlage in ihrem intimen und privaten Charakter mehr unserer Vorstellung von einer Villa als von einem Schloss. In ihrer äußeren Schlichtheit huldigt die Villa mehr schon dem Klassizismus als dem ausgehenden Barock. Der Baubeginn fällt in das Jahr von Graf Orsini-Rosenbergs Rückkehr aus einer vieljährigen Entsendung in das Herzogtum Toskana, nämlich 1772. Obwohl der Baumeister unbekannt ist, liegen die italienischen Einflüsse auf die Villa klar vor Augen. Die Villa Suburbana, die Villa etwas außerhalb der Stadtmauern, wie sie für die Toskana und Venetien so typisch ist, war hier das prägende Vorbild. 1777 wurde der Bau nach nur fünf Jahren Bauzeit vollendet.

 

Das Innere des Lustschlosses hingegen orientiert sich - ganz dem mitteleuropäischen Rokoko entsprechend - um einen ovalen Mittelraum und den sechseckigen Gartensalon. Die weiß lackierten Vertäfelungen mit ihrem Bandelwerk, die Spiegel, Kamine und Öfen, die Supraporten mit ihren römischen Veduten sowie manches Möbel sind Teile der Original- Ausstattung. Diese macht für mich den eigentlichen Reiz eines Besuchs von Schloss Rosegg aus. Die Familie Liechtenstein bewahrt dieses Erbe nunmehr seit 1831.

 

Schloss und Tierpark Rosegg, 9232 Schloss Rosegg 1, Tel: 04274 - 52357. Eintrittspreise und Öffnungszeiten sind hier erhältlich. Mit Kärnten-Card kostenloser Eintritt im Tierpark.

 

 

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