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Tag der Unabhängigkeit in Moldawien: Wein fliesst, Musik spielt.

Wann? Am 27. August.

Wo? Moldawien.

Bedeutung und Geschichte. Moldawien ist ein kleines Land in Osteuropa mit 3,5 Mio. Einwohnern, das mit Rumänien und Ukraine grenzt. Die Hauptschtadt heisst Kischinau. Der Nationalfeiertag errinert an die Proklamation der Unabhängigkeit von der Sowietunion am 27. August 1991.

Der Weg von Moldawien zum eigenständigen Staat war lang und hart. Sechs hundert Jahre gehörte Moldawien zum Ottomanischen Reich, dann zum Russischen Reich, dann zu Rumänien, und seit 1940 als Konsenquenz vom Molotow-Ribbentrop-Pakt zur Sowietunion.

Erst am 27. August 1991 hat Moldawien als Teil der sich auflösenden UdSSR seine Unabhängigkeit erklärt und den Namen „Moldova“ angenommen. Das aktuelle Grundgesetz wurde 1994 verabschiedet.

Moldawien ist bekannt als das am wenigsten besuchte Land in Europa. Trotzdem hat es auch für Touristen viel zu bieten. Der Tag der Unabhängigkeit ist einer der größten nationalen Feiertage und ein guter Anlass, um Moldawien zu besuchen.

Art der Feier. Diana Glavan zog vor vier Jahren nach Velden aus einem moldawischen Dorf. Nach Kärnten hat sie Liebe gebracht, ihre Tochter Adelina (2) wurde hier geboren. „Ich war sieben als die Unabhängigkeit erklärt wurde. In meiner Kindheit war der Tag der Unabhängigkeit immer ein großes Fest. Viele Frauen trugen Nationaltrachten, Konzerte und verschiedene Veranstaltungen fanden überall im Lande statt. Ich selbst habe auch an Konzerten in der Schule teilgenommen“, sagt Diana.

Selbstverständlich findet an dem Tag eine Militärparade am Hauptplatz in Kischinau statt.

Familientraditionen. Für jede moldawische Familie bietet der Tag der Unabhängigkeit eine gute Gelegenheit um zusammen zu kommen und eine festliche Mahlzeit zu geniessen. Das Blut, die Seele und das nationale Symbol von Moldawien ist Wein. Weinstöcke bedecken jeden Winkel des Landes. Kennen Sie die Weinkeller von Cricova, die größten der Welt?“ fragt Diana.

„Es gibt 120 km unterirdischer Tunnel, die nach verschiedenen Weinen benannt sind, Menschen bewegen sich dort auf Elektroautos. Kein Wunder, dass kein Fest ohne Wein vorstellbar ist. Wenn Sie nach Moldawien kommen, empfehle ich Ihnen eine Fleischsuppe namens „Chorba“, „Zama“ mit Hähnchen und Kräutern sowie Sauersahne mit Eiern. Alle Speisen in Moldawien werden mit „Vertuta“ serviert – eine Rolle, die mit verschiedenen Zutaten gefüllt ist. Es gibt auch eine Tradition, Volkslieder zu singen und zu tanzen. In Österreich vermisse ich diese einzigartige Stimmung von moldawischen Festen.“

Moldawien ist noch terra incognita für die meisten europäischen Touristen. Was kann man dort noch besichtigen? Bergkloster und befestigte mittelalterliche Kirchen gehören zu den größten Sehenswürdigkeiten des Landes. Die Hauptstadt, Kischinau, hat eine reiche judische Geschichte: es gibt eine Synagoge, eine Jeschiwa, eine Gedenkstätte für das judische Ghetto. Übrigens, Moldawien gilt als die zweite Heimat von Sinti und Roma; wahrscheinlich wegen des Städtchens Soroka, das als Hauptstadt von diesem Volk gilt. Diana Glavan lädt alle herzlich ein, ihr kleines Land zu besuchen und den Geschmack des moldawischen Weines zu geniessen.

Text: Vita Vitrenko.