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Die Sternsinger

In den Tagen zwischen Weihnachten und Heiligen Drei Könige sind sie unterwegs, die Sternsinger. Das sind Gruppen von vier Kindern oder Jugendlichen, von denen einer einen Stern trägt und die anderen drei als Könige verkleidet sind. Sie ziehen von Haus zu Haus, tragen ein Gedicht vor, singen ein Lied, schreiben mit Kreide 20 C+M+B 14 (lateinisch: Christus Mansionem Benedicat, deutsch: Christus segne dieses Haus, plus die Jahreszahl) auf den Türstock und bitten um eine Geldspende.


Bei den Sternsingern handelt es sich um eine Aktion der Katholischen Kirche, mit der Projekte in Entwicklungsländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas finanziert werden. Letztes Jahr haben alleine in Österreich 85.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen und als Sternsinger 15,4 Mio EUR an Spenden eingenommen, die zu 100% notleidenden Menschen in weniger bevorzugten Regionen der Welt zu Gute kommen. Mit dieser hohen Spendenbereitschaft kann keine andere Solidaritäts-Aktion in Österreich konkurrieren. Auch in anderen Ländern Europas, wie zum Beispiel in Deutschland und Belgien, sind Sternsinger auf diese Weise aktiv.


Symbolisch gesehen übertragen die Sternsinger die Geschichte der Sterndeuter in die Gegenwart. Das Neue Testament berichtet von drei Sterndeutern aus dem Morgenland, die von zu Hause aufbrachen um einem Stern zu folgen, der sie bis zu dem neugeborenen Jesusknaben in Bethlehems Stall führte und den sie mit Geschenken huldigten. Wie Caspar, Melchior und Balthasar im Neuen Testament nehmen die modernen Sternsinger weite Wege und die Unbilden der Witterung auf sich, um etwas für die Ärmsten der Welt zu tun.


Das Sternsingen als Singspiel hat in Europa eine Jahrhunderte lange Tradition und wurde und wird nicht nur von Kindern praktiziert. In Heiligenblut, unterhalb des Großglockners, sind in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar neun sogenannte Rotten von Männern unterwegs, die begleitet von Musikanten und einem Sternträger von Haus zu Haus ziehen, dort das Sternlied singen und das Haus segnen. So einen besonderen Heiligenbluter Stern kann man im Spittaler Museum für Volkskultur sehen, sie sind wirklich groß, lassen sich mit Hilfe einer Schnur, an der man zieht, drehen und sind beleuchtet. Das Brauchtum des Heiligenbluter Sternsingens ist 2010 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen worden.


Praktisches:

Für die Sternsinger können – müssen aber nicht – Termine bei Ihrem Pfarramt abgesprochen werden.
Die Sternsinger nehmen nur Bargeld