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Freier Dienstvertrag

Freie Dienstnehmer sind Personen, die als unabhängige Auftragnehmer arbeiten. Wesentlich für den freien Dienstvertrag ist, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft auf Zeit zur Verfügung stellt.

Die Beschäftigung im Rahmen eines Kurzzeitvertrags als freier Dienstnehmer ist wie folgt gekennzeichnet:

-      keine oder geringe persönliche Abhängigkeit

-      unabhängige Auftragnehmer können Subunternehmer beauftragen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen

-      Sie können ihre eigenen Ressourcen verwenden

-      Sie sind nicht in die Unternehmensorganisation integriert

-      Sie werden in der Regel stundenweise bezahlt

 

Im Gegensatz zum Werkvertrag besteht keine Gewährleistung für die Ausführung bestimmter Arbeiten.
Freie Dienstnehmer, die befristete Verträge mit einer monatlichen Vergütung haben, die die Mindestlohngrenze überschreitet (im Jahr 2018: 438,05 €), müssen vom Arbeitgeber bei der zuständigen regionalen Krankenkasse angemeldet werden und genießen somit einen Krankenversicherungsschutz.

Sie haben ab dem vierten Tag der Berufsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld; Sie genießen damit Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung und unterliegen dem Insolvenzentgeltversicherungsgesetz (IESG).

Selbständige Unternehmer haben auch Anspruch auf einen Dienstzettel.

Bitte beachten Sie: Selbständige Unternehmer genießen nur einen eingeschränkten Schutz nach österreichischem Arbeitsrecht. Ohne einer entsprechenden Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und dem selbständigen Unternehmer besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf Sonderleistungen, Urlaub, Freistellung von der Leistungspflicht und Kündigungsschutz.

Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) gilt jedoch sinngemäß auch für Kündigungsfristen. Sie können eine Abfindung erhalten, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind und dem Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) unterliegen.

 

Der Arbeitgeber muss eine Unfallversicherung für Personen abschließen, die eine Vergütung unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenze erhalten (Geringfügig Beschäftigte – monatliches Einkommen bis zu € 438,05 im Jahr 2018).

Der Abschluss einer freiwilligen Kranken- und Rentenversicherung ist möglich; Personen, die eine Vergütung unterhalb der gesetzlichen Grenze erhalten, müssen sich selbst bei der zuständigen regionalen Krankenkasse melden.

Freie Dienstnehmer müssen Einkommenssteuern zahlen, wenn ihr jährliches Einkommen einen bestimmten Betrag übersteigt. Sie sind als Unternehmer eingestuft und müssen bei der zuständigen Finanzbehörde eine Steueridentifikationsnummer beantragen.[1]

 

http://www.arbeiterkammer.at/ (Kurzarbeitervertrag als freier Auftragnehmer)
http://www.arbeiterkammer.at/ (Broschüre: Freie DienstnehmerInnen)
https://www.usp.gv.at/ (Freie Dienstnehmer)


[1] Vgl. Bittner (2015): Living and Working in Austria, S. 47 – 48. Vienna: Public Employment Service Austria (AMS Österreich).